Unendlicher Spass (1)

Ich habe den grossen postmodernen Roman „Unendlicher Spass“ von David Foster Wallace zu lesen begonnen. Es geht um Missbrauch, Marketing, Profisport, Sucht, Terrorismus. Monströse Sätze, unzählige Fremdwörter, bedrückende Genauigkeit, eine ungestillte Sehnsucht und viel Drogen gehören zum „Groove“. Foster Wallace hat sich 2008 das Leben genommen. Für die gut 1500 Seiten brauchte der Übersetzer 6 Jahre!

Der zweite Abschnitt (das im Jahr der Inkontinenzunterwäsche spielt – der Staat verkauft Lizenzen für die Benennung von Jahren) handelt von einem Süchtigen, der seine ca. 81. Drogenorgie (mutmasslich die letzte) plant und sehnlichst auf die Lieferung Dope wartet.

Er wollte schon aufstehen und nachschauen, welche Farbe die neue Bong hatte, mit der er kiffen würde, sagte sich aber, zwanghaftes Nachschauen und krampfhafte Bewegungen könnten die Atmosphäre beiläufiger Ruhe kompromittieren, die er braucht, während er, auf dem Sprung, aber bewegungslos, auf die Frau wartete, die er bei einer Kreativrunde für die kleine Kampagne seiner Agentur für das neue Wedekind-Festival ihres kleinen Schauspielerensembles kennengelernt hatte, während er also auf diese Frau wartete, mit der er zweimal geschlafen hatte, um ihr beiläufiges Versprechen (Dope zu liefern) zu honorieren. (Seite 33)

Die Bibel schreibt zur Versuchung:

Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt. Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor. (Jakobus 1,14+15)