Die Ernüchterung des jungen Zwingli

Ich liebe es, im Urlaub in Brockenhäusern nach alten Büchern zu suchen. So kam mir vor einigen Tagen der Roman „Zwingli“ von Emanuel Stickelberger in die Hände (J. F. Steinkopf: Stuttgart 1931). Er ist auch Autor eines Buches zur Reformation sowie zu Calvin (Reprint im RVB: Hamburg 2001).

Stickelberger lässt den zehnjährigen Zwingli an einer Begegnung mit einem Zürcher Hauptmann beiwohnen. Die bubenhafte Vorstellung vom tapferen Eidgenossen wich der Ernüchterung, als er die groben Worte und den Opportunismus des käuflichen Wehrmannes hörte. „Vom Schulmeister im Städtchen hatte er Tells Heldentaten vernommen und von den herrlichen Siegen… freudiger Stolz hatte ihm darob die junge Brust geschwellt, und jeder bewehrte Eidgenoss war ihm als ein Nachfahre jener Streiter für Recht und Freiheit ehrwürdig erschienen. Nun war ihm der schöne Glaube zerstört.“