Säkularisierte Gottesbilder

Die Gottesbilder der modernen Philosophie, Psychologie und Dichtung sind mannigfaltig, zum Beispiel

  • ein schwebendes, vieldeutiges und letztlich gesichtsloses Numen, das sich in tausend Masken chiffriert (Jaspers)
  • Ruf des Gewissens aus der Ferne in die Ferne (Heidegger)
  • die Welt ist voll Anlage zu etwas, Tendenz auf etwas, Latenz von etwas (Bloch)
  • Über-Ich (Freud)
  • kollektives Unbewusstes (Jung)
  • Existenzform des Seins (geben, teilen, opfern; Fromm)
  • Wille zum Sein (Frankl)
  • öffentliches Gewissen, Stimme des Man (A. Peters)
  • auf Leben und Tod ausgeliefert (Kafka)
  • Stimme hinter dem Vorhang (Benn)
  • der dunkle Unbewusste, Rätselhafte (Rilke)
  • tauber Gott (Andersch)
  • Gnadenbild (Handke)

Andere Decknamen Gottes sind das Schicksal, der Zufall, die höhere Macht, die Fügung, der Sinn des Lebens, die Ordnung, das Gewissen, die innere Stimme, das Gute im Menschen, der letzte Halt, das utopische Totum der Erfüllung all seiner Wünsche und Hoffnungen.

Aus: Horst Georg Pöhlmann. Abriss der Dogmatik. Chr. Kaiser Gütersloher Verlagshaus: Gütersloh 20026.

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