Geistige Heimatlosigkeit

Emil Brunner schreibt in der Einleitung zu seinem Werk “Die Mystik oder das Wort” ( J. C. B. Mohr: Tübingen 1924):

Mit jenem Tohuwabohu unseres Denkens über Gott und ewige Dinge haben wir es zu tun, mit der Besinnungslosigkeit, aus der heraus heute neue Religionen fabriziert und konsumiert, und mit der alte modernisiert und den Bedürfnissen des europäischen Bildungsmenschen angepasst werden.

Schon die Mannigfaltigkeit als solche bedeutet Not, denn vielerlei Wahrheit ist gleichbedeutend mit: keine Wahrheit. In dem Wirbel der vielerlei Wahrheiten umgetrieben zu werden, nicht zu wissen, was die Wahrheit des Lebens ist, ist die grösste aller Nöte, die geistige Heimatlosigkeit.

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