Muss sich der Mensch seine Bestimmung selber geben?

Der Mensch muss Sinn in und aus sich selbst finden. Das ist immer wieder zu lesen, z. B. hier:

Die Idee der Pädagogik kommt in ihrer geschichtlichen Ausgestaltung mithin dort zu sich selbst, wo der Gedanke der geschicchtlichen Selbsthervorbringung des Menschen icht mehr nur den Grund für eine Bestimmung des Menschen angibt, sodnern selbst zur Bestimmung des Menschen wird: Der Mensch ist jenes Wesen, das seine Bestimmung nicht von aussen empfängt, sondern sich selber gibt und selber geben muss, um auf diese Weise zum Autor seiner eigenen Lebnens- und Sinngeschichte zu werden. (Winfried Böhm. Geschichte der Pädagogik. Verlag C. H. Beck: München 2007. S. 10.)

Dem steht die christliche Auffassung gegenüber:

Erziehung und Lernen sind untrennbar mit Gott verbunden. Die Bibel, Gottes besondere Offenbarung an den Menschen, hat die Funktion, die Menschen „für jedes gute Werk“ zu erziehen (2Tim 3,16+17). Erziehung zielt damit auf den Lebensvollzug, und Lernen bezieht sich auf die von ihm geschaffene Wirklichkeit und seine Ordnungen. Das bedeutet: Der Mensch soll nicht in erster Linie als Bürger einer Gesellschaft erzogen werden, indem er deren aktuelle Werte und Konventionen verinnerlicht, sondern als Geschöpf Gottes die ihm verliehenen Gaben entwickeln.

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