Ich such’ mir eine neue Kirche (14): Kommentare.

In den letzten Wochen habe ich einige Beiträge – darunter auch einige persönlich-emotionale – verfasst. Gerne weise ich noch auf diese Diskussion bei Ron hin. Zum Auszug der letzte Beitrag von Johannes Strehle:

Ich meine, wer sich als Christ gesund entwickelt, muss damit rechnen, unter Christen und in seiner Gemeinde ein Außenseiter zu sein.

Sei es, weil er von Christen umgeben ist, die im Baby-Stadium und Kinderkrankheiten verharren. Siehe den ersten Brief an die Korinther und den Brief an die Hebräer.

Sei es wie in der Regel in Gottes Volk Israel, dass die Masse sich über das erste Gebot hinwegsetzt, “auf beiden Seiten hinkt” (Elberfelder Übersetzung) bzw. “auf zwei Ästen hüpft” (Bubers Verdeutschung), also Kompromisse mit dem Zeitgeist macht. (In der Generation, die Gott persönlich erlebte, am Sinai, im Zeltheiligtum, in der Wolken- und Feuersäule und durch eine Reihe spektakulärer Wunder, blieben 3 (in Worten: drei) Männer und ihre Familien Gott treu. Gott ekelte sich. Die Generation, die den Sohn Gottes persönlich erlebte, wurde von Jesus als böse und ehebrecherisch (im Sinne des ersten Gebotes) bezeichnet. Jesu Predigten und die Heilung aller Kranken änderten daran nichts.) Sei es, weil in der Gemeinde “Mücken gefiltert und Kamele verschluckt” werden.

Sei es, weil die Gemeinde auf Sand baut, indem das Wort Gottes gehört, aber nicht praktiziert wird. Jesus macht uns darauf aufmerksam, dass diese fatale Inkonsequenz auch mit Wundern in seinem Namen kombiniert werden kann.

Sei es, dass die Gemeinde Glauben hat, “der Berge versetzt”, und Feuereifer, aber keine Liebe. Genug der Beispiele.

Die heutigen Gemeinden erhalten von Jesus keine kritischen Briefe mehr. Es ist die wichtigste Aufgabe jeder Gemeindeleitung, kontinuierlich zu prüfen, ob der Zustand der Gemeinde vor Jesus bestehen kann, und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen. Wenn das nicht geschieht, wird die Gemeinde unweigerlich auf Abwege geraten. Immerhin zwei von sieben Gemeinden wurden damals von Jesus ausschließlich gelobt. Ich bin mir nicht sicher, dass wir heute diesen Prozentsatz erreichen.

Wer aber einer solchen Gemeinde angehört, kann sich glücklich schätzen und auf die Aufgaben konzentrieren, die Gott ihm und der Gemeinde zugedacht hat. Auch wer als Außenseiter nicht allein ist, kann sich glücklich schätzen. Paulus schreibt den Korinthern (obwohl Einheit und Liebe im Sinne Gottes das Kennzeichen der Christen sind): “So wie es bei euch steht, muss es ja zu Spaltungen kommen; nur dann wird sichtbar, wer von euch bewährt ist.” (Neue Genfer Übersetzung) Mit Kindern in einer Gemeinde als Außenseiter zu leben, ist, zurückhaltend formuliert, eine besondere Herausforderung. Im Übrigen ist es Aufgabe und Verantwortung jedes Gemeindegliedes, die Gemeindeleitung auf Mängel und Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen. Alles Weitere ist Aufgabe und Verantwortung der Gemeindeleitung.

Eine Trennung ist die Ultima ratio. Zur Verbindlichkeit und Gemeinschaft: Die Verbindlichkeit in einer gesunden Gemeinde lässt sich, meine ich, am besten mit der Verbindlichkeit in einer gesunden Familie vergleichen. Eines der wichtigsten Merkmale einer gesunden Gemeinde ist, wie Du schreibst, die Qualität der Alltagsgemeinschaft, an der die Welt uns erkennen kann und soll. Sie wird in der Regel nur mit (geographischer) Nähe funktionieren. Es gibt viele Kriterien für die Auswahl einer Wohnung. Die Nähe/Nachbarschaft anderer Christen ist, meine ich, das wichtigste. Und falls Du als Außenseiter in Deiner Gemeinde nicht allein bist, solltest Du die Alltagsgemeinschaft mit den anderen Außenseitern (ver)suchen.

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