Es wird evaluiert ohne Ende

Am Beispiel der ländlichen Schule Greppen wird der Irr-Sinn der ständig anwachsenden Schul-Evaluationen dargestellt. Ich pflichte der NZZ bei:

Die Landschule Greppen macht mit bescheidenen Mitteln gute Schule. Sie ist arm an Konflikten, aber reich an Informationen; an Informationen wie diesen: Im Bereich Lernkultur sind 25 Prozent der Lehrpersonen der Ansicht, dass Schwierigkeiten «gut erkannt» werden. – In der Begabungsförderung bewerten 17 Prozent der Eltern Veränderungen als «eher nicht nötig». – Im Bereich Methodenkompetenz sind 6 Prozent der Schüler der Ansicht, dass sie aus Fehlern «genügend» lernen. Beim Fussballspielen, so eine weitere Erkenntnis der Evaluatoren, könne es in Greppen «zu Unstimmigkeiten oder kleinen Streitereien» kommen.

«Was da ins Kraut schiesst», verschaffte sich ein mit Herzblut unterrichtender Lehrer unlängst in einem Rundschreiben zum Reizthema Evaluationen Luft, «ist für Lehrer und Schüler von absoluter Irrelevanz.» Seine Sorge, mit den pfundschweren Berichten würden finanzielle und personelle Ressourcen in Millionenhöhe verschleudert, die den Schulkindern in keiner Art und Weise zugutekämen, quittierten die Adressaten mehr resigniert denn entrüstet: Der Zug der Evaluation, so die vorherrschende Meinung in den Lehrergremien, sei in voller Fahrt und könne nicht mehr gestoppt werden.

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