Den Kindern einprägen, dass wir der Ewigkeit zustreben

Wenn die Kinder alt genug sind, um sich belehren zu lassen, so muss ihnen vor allem eingeprägt werden, dass wir nicht um dieses Lebens willen hier sind, sondern der Ewigkeit zustreben, und dass dieses Leben nur ein Übergangsstadium ist, in dem wir uns für unsre ewige Wohnung recht vorbereiten sollen (24,12).

Es wäre töricht, wollte man sich mit dem beschäftigen, was man doch bald zurücklassen muss, und das vernachlässigen, was uns bis in die Ewigkeit begleitet (24.13).

(Die Schüler) sollen sich also daran gewöhnen, alles, was sie hier sehen, hören, berühren, tun und leiden, unmittelbar oder mittelbar auf Gott zu beziehen. (24,18)

Und man soll sie darauf hinweisen, dass der sicherste Weg zum Leben der Weg des Kreuzes ist, deshalb ist Christus, der Führer zum Leben, ihn zuerst gegangen und hat die andern aufgefordert, ihn auch zu gehen, und führt diejenigen darauf, die er am meisten liebt. (24,28)

Weil wir wegen der Verderbtheit dieser Welt und der Natur niemals so weit vorwärtskommen, wie wir sollten, und weil unser verderbtes Fleisch, wenn wir ein wenig vorwärtskommen, leicht selbstgefällig und hochmütig wird, was für unsere Seligkeit die grösste Gefahr bedeutet (da Gott den Hochmütigen widersteht), müssen schliesslich alle Christen beizeiten gelehrt werden, dass unsere guten Bestrebungen und unsere Werke wegen unserer Unvollkommenheiten nichts taugen, wenn uns nicht Christus, das Lamm Gottes, an dem der Vater Wohlgefallen hat und das der Welt Sünden trägt, mit seiner Vollkommenheit zu Hilfe kommt, dass man also ihn anrufen, ihm allein vertrauen müsse (24,30).

Aus: Johann Amos Comenius. Grosse Didaktik. Klett-Cotta: Stuttgart 2007. (Die Methode, zur Frömmigkeit hinzuführen)

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