Papablog (69): An der Kletterwand

Mein Vierter ist voll dabei im „Letziturnen“. (Eine ganze Woche lang konnten sich meine Söhne in Geschicklichkeit und Ausdauer üben.) Der  Zweieinhalbjährige kletterte zuletzt schon gut die Kletterwand hoch. Eine Mutter kommt vorwurfsvoll auf meine Frau zu, warum sie das Kind unbeaufsichtigt lasse. So erleben wir das immer wieder: Entweder wird das Kind überbehütet (vor allem physisch), oder dann lassen die Eltern ganz los. Was denken sie wohl, wenn sie ihre (Klein-)Kinder in Tagesstätten weggeben? Oder später in den Kindergarten und in die Schule? Vor ein paar Tagen meinte ein Vater einer klassischen Zweikind-Familie zu mir: „Irgendwie sind Eltern mit vielen Kindern lockerer.“ Ich würde es eher so formulieren: Wir entwickeln durch die vielen Interaktionen ein Gefühl dafür, wo wir loslassen und wo wir umgekehrt konsequent sein müssen.