Tagesanzeiger „Wenn Eltern die eigenen Kinder unterrichten“

Pünktlich zum Schulanfang hat der Tagesanzeiger einen längeren Artikel zu Homeschooling geschaltet. Interessant sind die bislang 82 Kommentare. Einmal mehr ist das Thema Sozialisierung – der landläufige Begriff für die Ausrichtung von Denken und Leben an den aktuellen gesellschaftlichen Konsens oder an eine bestimmte Peer – oben auf der Traktandenliste. Hier ein paar Pro-Stimmen:

Viele meinen Schule sei ein Garant für soziale Kontakte und fürs erlernen von sozialer Kompetenz. Wie viele Menschen die in Schulen gegangen sind würden sich als Außenseiter bezeichnen, obwohl sie doch ach so gut sozialisiert wurden? Ich kenne davon eine ganze Menge, die wirklich schultraumatisert sind. So als ob Menschen vor der Existenz der Schule nicht sozial sein konnten… bitte weiterdenken

Bin bei Firma die Heimschüler (ca. 5000) mit Lehrmaterial und Unterstützung versorgt (nicht CH oder Deutschsprachig). Meine Erfahrung ist das die Schüler viel besser sozial angepasst sind, kommen gut zurecht mit Erwachsenen und Kindern aller Altersgruppen – nicht nur mit Kameraden im eigenen Alter. Schulen haben leider manchmal ihre eigenen „soziale“ Probleme (Drogen, Tyrannisierung, …).

Solange die Heimschulung (habe absichtlich nicht die Schlagwörter in englisch gebraucht) stimmt, ist nichts dagegen einzuwenden. Manche Eltern sind doch bei den Hausaufgaben bereits dermassen involviert, dass es beileibe nicht mehr draufankommt, ob gleich der ganze Lehrstoff durchgeackert wird.

Das Gewäsch von mangelnder Sozialkompetenz kann man auch stecken, interessanterweise sind die sozialkompetentesten Personen, die mir begegnet sind, ausgerechnet aus intakten Familien, welche die Kontakte mit bedacht wählten.