Papablog (102): Meinen Nachwuchs auf den Arbeitsmarkt vorbereiten

Wenn ich am eigenen Leib die Schnell-Lebigkeit des Arbeitsmarktes erlebe, frage ich mich oft: Wie kann ich meine Söhne auf den Arbeitsmarkt von morgen und übermorgen vorbereiten? Die Überlegungen sprengen den Rahmen eines Blogeintrags. Drei Überlegungen mögen genügen. Sie betreffen alle die Selbstführung:

  • Eine realistische Selbsteinschätzung: Die eine Gefahr sehe ich in einer permanenten Überhöhung des Kindes. Ständig wird ihm eingeredet, wie toll, wie einzigartig, wie überdurchschnittlich es sei. In behüteten Gärtchen der Kleinfamilie mag diese Behauptung aufgehen. Doch im Schulumfeld beginnt diese Fassade zu bröckeln. Gut, zuerst sind die Lehrer schuld. Vielleicht besucht das Kind später eine Privatschule. Doch dann kommt es ins harte Berufsumfeld – und merkt zum ersten Mal richtig, dass es nicht Nummer eins ist. Weitere Überlegungen siehe dieser Post “Wenn die Besten mit ihrer Mittelmässigkeit konfrontiert werden”
  • Selber Nein sagen können: Eine zweite Herausforderung sehe ich in der Fähigkeit Grenzen zu setzen. Wer sich von klein auf gewöhnt ist, sich an einer Gruppe zu orientieren (theologisch spreche ich von „Menschengefälligkeit“, siehe auch dieses Beispiel), ist anfällig für die jeweils am lautesten ertönende Stimme. Ich finde es eine enorm anspruchsvolle Aufgabe, meinen Söhnen zu erlauben, dass sie im gesunden Mass selber Grenzen ziehen können – abgestimmt auf ihren Entwicklungsstand.
  • Auf den eigenen Körper achten lernen: Unser Körper verfügt über eine feine Wahrnehmung. Wer auf Ernährung, Bewegung und Schlaf achten gelernt hat, ist als Erwachsener gut bedient. Alle drei Faktoren spielen eine umso grössere Rolle, je mehr die Belastungen zunehmen.
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