Papablog (113): Lieber in die eigene Mördergrube blicken als den Tod des Tyrannen zu begaffen

Mitten in der Berglandschaft las ich vom Tod Ghaddafis. Mit meinen Söhnen besprach ich das Ereignis. Sie wollten eine Menge wissen. Wir haben in den vergangenen Monaten für Lybien gebetet. Der Tyrann ist tot, und es kommt Genugtuung auf. Wir Europäer (und ich zähle mich im Sinne der Kollektivschuld dazu) haben noch vor wenigen Jahren mit dem Diktator zusammen gespannt und haben ihn dann fallen gelassen. Eher als sensationslüstern die Fotos von seiner Leiche zu begaffen, sollten wir in unsere eigene Mordhöhle – unser Herz – blicken. Augustinus sagte mit Recht, dass wir nicht wissen, wozu wir selbst morgen in der Lage sind.

Ähnliche Gedanken habe ich mir bereits nach dem Tod von Osama bin Laden gemacht.

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