Mythos Chancengleichheit

Helmut Thielicke entlarvt mit Verweis auf Ernst Topitsch den Mythos der Chancengleichheit. Die Gleichheitsidee verberge sich unter dem Stichwort “Demokratisierung”.

Man wettere gegen die ‘Eliten’, um eben jene Eliten zu stürzen, die den eigenen Ansprüchen auf totale Macht entgegenstehen. Man ereifere sich gegen ‘Privilegien’, um selbst massive ungerechtfertigte Vorteile zu ergattern. Man fordere ‘Chancengleichheit’ und ziele in Wirklichkeit auf Gleichheit des Erfolges bei völlig ungleicher Leistung. Das führe aber – in zynischem Widerspiel zur vorgegebenen Gleichheitsabsicht – zur Ausbeutung und schliesslich sogar zur Entmündigung der Leistungswilligen und Ideenreichen.

Helmt Thielicke. Mensch sein – Mensch werden. Piper: München 1976. (250)

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