Esther (3): Bescheidenheit, die auffällt

Das zweite Kapitel von Esther liest sich wie ein Märchen oder wie eine Miss-World-Wahl. Auch hier lässt sich aus Sicht von Gottes Gesetz fragen: Was dachte wohl der Schöpfer, dass dieser Herrscher einfach ein Harem füllte und eine nach der anderen ausprobierte (Esther 2,14)? Und was ging wohl im Haus der Frauen ab? Gab es Konkurrenzkampf, Intrigen? Davon wird nichts berichtet. Dafür von Esthers Qualitäten. Ihre Bescheidenheit hebt sich wohltuend ab vom üppigen Luxus:

Und das Mädchen gefiel ihm, und sie fand Gunst bei ihm. Und er sorgte dafür, daß sie ihre Reinigungssalben und ihre Verpflegung rasch erhielt; auch gab er ihr sieben auserlesene Mägde aus dem Haus des Königs. Und er wies ihr samt ihren Mägden den besten Platz im Frauenhaus an. (Esther 2,8)

Und als die Reihe an Esther kam, die Tochter Abichails, des Onkels Mordechais, die er als Tochter angenommen hatte, daß sie zum König kommen sollte, wünschte sie sich nichts, als was Hegai, der Kämmerer des Königs, der Hüter der Frauen, ihr riet. Und Esther fand Gnade bei allen, die sie sahen. (Esther 2,15)

 Esther musste eine Nacht beim König verbringen. Ob sie sich gefürchtet hat, neugierig war? Die Bibel berichtet auch davon nichts. Was wird aber betont? Dass der Allmächtige ihren Weg lenkte. Esther ist mir ein grosses Vorbild für mein berufliches Leben: Keine Ellenbogen einsetzen und ihn immer wieder inständig darum bitten, dass er die Herzen der Gegenüber bewegt. Dafür bete ich jedes Mal, wenn ich bei den Oberen meines Unternehmens vorstellig werden muss.

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