Institution statt Familie: Siegt die Dummheit bei der Kinderbildung?

Die Diskussion ums Kindergeld ist zwar spezifisch deutsch, die dahinter stehende indeologische Welle betrifft uns Schweizer genau so. Etwas polemisch, zugegeben, formuliert es hier das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie

In den Kulturkämpfen der „Bewusstseinsindustrie” (Hans M. Enzensberger) sind Wörter die schärfsten Waffen: Ist einmal das richtige „Label” verpasst, verdrängt das ideologische Klischee immer mehr die Wirklichkeit. Beispielhaft dafür ist der Streit um die Kinderbetreuungspolitik: Zu große Gruppen, zu wenige und wechselnde Erzieherinnen und zu wenig Aufmerksamkeit für das einzelne Kind – die Alltagsprobleme in Kindertagesstätten sind vielen Eltern bekannt. Gleichzeitig belegen einschlägige Studien, dass nur bei hoher Betreuungsqualität eine (zeitlich begrenzte) außerfamiliäre Betreuung für Kleinkinder förderlich oder zumindest unschädlich sein kann. Dessen ungeachtet gilt der quantitative Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur im politisch-medialen Jargon als „Bildungsinvestition”, die den Lebenschancen der Kinder diene. Spiegelbildlich dazu ist die finanzielle Familienförderung in Verruf: Den Eltern gewährtes Bargeld würde von diesen lediglich für Flachbildschirme, Spirituosen und Zigaretten verschwendet, während ihre Kinder verwahrlosten. Die Polemik auf die Spitze trieb jüngst ein Bertelsmann-Funktionär: Ein Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause erziehen, denunzierte er als „Verdummungsprämie”.

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