Wir haben den Begriff „Sünde“ nicht aus dem Vokabular, aber aus den Denkkonzepten verbannt

Der Alttestamentler Frank Koppelin schreibt in seiner AT-Theologie:

Der Begriff Sünde ist an sich zu einem innerkirchlichen Ausdruck geworden – der Mensch von heute kann ihn kaum mehr mit Inhalt füllen. Allenfalls spricht er noch von der süssen Versuchung oder einem sündhaft teuren Geschenk.

Ich setze mich seit einigen Monaten intensiv mit dem Thema Sünde, genauer Ursprungssünde (üblicher, aber schlechter „Erbsünde“), auseinander. Ich bin der Überzeugung, dass die Weiche, die von einem Mönch mit Namen Pelagius (5. Jh.) gefällt und seit der Aufklärung konsequent Eingang in alle Bildungskonzeptionen fand, unser Verständnis und damit auch unser Handeln in Bildung und Erziehung tief greifend beeinflussen. Die Irritation, die ich in Gesprächen damit auslöse, ist jedenfalls gross.

Unter dem Tag „Sünde“ haben ich bis heute 60 Posts mit Zitaten online gestellt.