Wer inbrünstig liebt, hat freie Hand, Kritik am Geliebten zu üben

Ähm, ja, meist wird dies in Paarrategebern anders dargestellt. Ich denke mir, dass Chesterton Recht hat. Meine Frau ist genau so wie beschrieben – und ich bin glücklich darüber:

Dieselben Frauen, die ihre Männer um jeden Preis in Schutz nehmen, beweisen (im privaten Umfeld) eine fast schon krankhafte Hellsichtigkeit, wenn es um die Fadenscheinigkeit seiner Ausflüchte oder um seinen Dickschädel geht. Dein Freund liebt dich, aber lässt dich, wie du bist; deine Frau liebt dich und ist ständig bestrebt, dich umzukrempeln. (…) Wer inbrünstig liebt, hat freie Hand, Kritik am Geliebten zu üben; der Fanatiker kann getrost Skeptiker sein. Liebe ist nicht blind; das ist sie am allerwenigsten. Liebe ist hörig; und je höriger sie ist, um so schärfer hört sie hin.

G. K. Chesterton. Orthodoxie. Fe-Medienverlags GmbH: Kissling 2011. (142-143)

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