Ich glaube, dass Politiker keine politischen Überzeugungen haben

Chesterton bemerkt, dass ihn sein Umgang mit Politikern gelernt habe, dass mit der Zunahme der Verantwortung die Positionen immer vager würden.

Es machte … nicht aus, eine alberne Frage … zu beantworten, aber wenn es eine vernünftige Frage über eine Steuererhöhung gewesen wäre, würde er sich, wenn auch in aller Liebenswürdigkeit, einer geschickten Fechtkunst bedient haben. … Er war ein Man der Öffentlichkeit, soweit solche Männer der Öffentlichkeit angehören. Sie schienen aber alle um so verschwommener zu werden, je höher sie aufsteigen. Es sind die Jungen und Unbekannten, die entschiedene Maximen und scharf formulierte Ansichten haben. Ich drückte es einmal dahingehend aus, dass ich sagte: Ich glaube mit einiger Berechtigung, dass Politiker keine politischen Überzeugungen haben.

G. K. Chesterton. Autobiographie. nova & vetera: Bonn 2002. (133)

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