Momente im roten und im grünen Bereich: Serie Woche 3

Rot:

  • Ab und zu nehme ich Zahnkontrollen vor. Wenn ich bemerke, dass die Zähne nicht sauber geputzt sind, spüre ich, wie sich mein inneres Kontrollorgan meldet. Ich schwanke zwischen Kontrolle und Raum zur Selbstverantwortung.
  • Mit vier meiner Söhne bin ich auf dem Nachhauseweg. Kaum habe ich den Zebrastreifen überquert, heulen zwei Autos vorbei. Geschätzte Geschwindigkeit: 80 bis 100 km/h. „Wenn ich die nochmals sehe, schreibe ich mir die Nummer auf.“ Tatsächlich rasen sie kurze Zeit später in die entgegen gesetzte Richtung – zu schnell um mir die Nummer zu merken. Erst beim dritten Mal gelingt es mir, eine Nummer zu merken und die Polizei zu informieren.
  • Ich stehe mit meinem Vierten vor der Turnhalle, mitten unter den wartenden Eltern. Der knapp Dreijährige strapaziert zur Zeit meine Nerven, weil er sich mehr Freiraum herausnehmen will. So reisst er immer wieder aus. Als ich ihn an der Hand halte, schreit, zetert und tanzt er herum. Sehr zum Vergnügen der Umstehenden.
  • Zu Weihnachten haben wir drei schöne Figuren für den Baum bekommen: Zwei Pilze und einen Bernhardiner (Hund). Leider lösten sich eine nach der anderen vom dünnen Faden und zerbersten auf dem Boden, zwei davon nachts. Mein Dritter springt aus dem Bett und betrachtet entsetzt den Scherbenhaufen.

Grün:

  • Nach einigem Hin und Her begleite ich meinen Ältesten neu am Freitag in den Schwimmkurs. Auch der Zweite darf mitkommen. Entgegen meiner Erwartung läuft alles tipptopp, ich muss mich beeilen, weil die zwei so schnell sind mit dem Umkleiden und Duschen.
  • Nach einigen Monaten Einübungszeit gelingt es mir immer besser, meine Zeiten unterwegs mit meinen vier Jungs besser zu gestalten. Bereits haben wir einige Rituale eingebaut: Zum Beispiel gehen wir immer zum gleichen Schuhladen und schauen uns ein bestimmtes Gestell an. Wir beurteilen alle ausgestellten Exemplare und halten uns vor Lachen den Bauch.
  • Manchmal braucht es ein deutliches Wort vom Vater – zum Beispiel zur Arbeitshaltung. Es gilt: Wenn am Morgen geplämpert wurde, werden am Nachmittag zusätzliche Aufgaben gelöst. Es gibt kein Murren, die Buben setzen sich hin und rechnen eifrig.
  • Ich stehe vor dem verschlossenen Zimmer und – lausche auf die Geräusche, die von innen kommen. Mein Zweiter ist am Singen. Er geht seit zwei Jahren hin und tut kaum den Mund auf. Ich schrecke auf und trete einen Schritt zurück. So laut hatte mein Junge die Singübungen gemacht. Kurze Zeit später steht ein strahlender Junge und eine lächelnde Singlehrerin vor mir.