Momente im roten und im grünen Bereich: Serie Woche 11

Grün und drollig

  • Unser Jüngster hat sich über mein Nachttischchen her gemacht. Meine Frau: „Aber, nein, was hast du denn gemacht?“ Als Antwort geht das kleine Maul auf, und ein gelber Würfel kullert aus seinem Mund.
  • Die ersten Klavierlektionen meines Ältesten waren für ihn wie auch für uns inspirierend. Der Lehrer hörte sich einmal das Stück an, um dann stehend mit den Händen hinter sich zu greifen und das Stück so zu spielen. Die Veranschaulichung: Es genügt nicht, ein Stück einfach zu spielen. Es muss blind gespielt werden können. Die Lektion war so intensiv, dass unsere anderen Kinder, die dabei waren, still waren – das über 30 Minuten!
  • In der Mittagspause hüten die Älteren unseren Jüngsten. Er beginnt zu weinen. Sie wissen sich zu helfen: Sie holen einen Nuggi (er braucht sonst nie einen), streichen ihn mit Honig ein – und er war wieder still. Meine Frau meint: „Das wird doch alles klebrig.“ – „Nein, er hat alles sauber abgeschleckt.“
  • Meine Jungs beratschlagen untereinander, wie das Taschengeld investiert werden soll. Sie beschliessen, die „Ausschüttung“ in der Studentenpapeterie in Schreibwaren zu stecken. Ich lächle und erinnere mich an die eigene Kindheit: Auch mein Geld floss in Stifte, Hefte und Papier.

Rot und lehrreich

  • Lernen hat (auch) mit dem Willen zu tun. Noch selten habe ich das so deutlich erlebt wie mit meinem Zweiten. Für viele Dinge muss er sich erst innerlich überwinden. Er hat seine Maschen, um den Aufwand zu umgehen. Er tut zum Beispiel so, als komme er nicht klar. Wie kann das sein: Im ersten Anlauf sind alle Rechnungen falsch, im zweiten alle richtig? (Wichtig ist es die Fehlerquellen herauszufinden. So wurde uns klar, dass ein Teil der Fehler darauf zurückging, dass er die Rechnungen von rechts nach links las.)
  • Das Zusatzprogramm unseres Ältesten ist gut dotiert: Drei Gesangsproben, Doppellektion in Turnen und im Schwimmen sowie die Klavierstunde. Wir müssen immer wieder für freie „Spielzonen“ und für Erholung (vor-)sorgen.
  • Meine Jungs stellen Forderungen immer häufiger im Rudel. So beschliessen sie, dass wir als Familie in B. übernachten könnten (unser Silvesterausflug). Sie bestürmen uns mit ihren Ideen. Sie wollen jeden Tag etwas Spezielles machen. Doch oft liegt einfach das Übliche drin.
  • In struben Momenten habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine doppelte Anstrengung von mir als Vater notwendig ist: Entschieden und auch mal lautstark den Lauf der Dinge stoppen, Arbeiten zuteilen, sie am Anfang überwachen und mich dann sukzessive wieder rauszunehmen. Das lohnt sich – die nächsten Stunden verlaufen anders.
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