Warum werden aus Buben keine Männer (5)? Weil sie vorbereitete Umgebungen antreffen.

Zeitgemässe Lehrkräfte legen viel Wert auf die Gestaltung von anregenden Lernumgebungen. Das heisst der Fokus liegt auf Methode und Material. Abgesehen davon, dass die Vor- und Nachbereitung solcher Lernumgebungen viel Zeit absorbiert, geraten die Inhalte ins Hintertreffen. Wo ich auch hinkomme, bemerke ich: Die Inszenierung der Umgebung wird von den Erwachsenen vorgenommen. Die Kinder kommen hin und führen nur noch die letzten (angenehmeren) Arbeitsschritte aus. Sie bleiben unbeteiligt in der ganzen Vor- und Nachbereitung. Ich verstehe wohl, dass die Anleitung in diesen Phasen mühsamer ist. Die Kinder sind es sich nicht gewohnt, Anfangswiderstände zu überwinden und Dinge bis zum Schluss durchzuziehen. Aber sind dies nicht genau die Disziplinen, die im späteren Leben gefragt sind und einer echten Befriedigung vorausgehen? Darum gibt es mir jedes Mal einen Stich, wenn Erwachsene sich abmühen, was die Kinder in wenigen Augenblicken konsumieren, um wieder wegzulaufen. Jungs brauchen keine fixfertig vorbereiteten Umgebungen. Sie brauchen sinnvolle Projekte, das heisst Herausforderungen, in denen sie Dinge erobern und nachher pflegen können.

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