10 Jahre verheiratet – das war erst der Auftakt

Vor genau zehn Jahren habe ich geheiratet. Beeindruckt und glücklich sehe ich auf diese Jahre zurück. Für mich waren sie erst der Auftakt meiner Ehe. Ich freue mich auf die nächste Dekade.

1. Ehe ist eine Erfindung Gottes, der Ehepartner ein Geschenk Gottes.

Seitdem ich wusste, dass ich heiraten werde, begleitet mich eine Aussage aus den Sprüchen: “Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und hat Gunst erlangt von dem Herrn.” (Spr 18,22) Eine Ehefrau gefunden zu haben, die mit mir das Leben verbringen möchte, ist eine Gunst Gottes.

2. Mann und Frau sind einander zugeordnet und sich gegenseitig ergänzend geschaffen.

Ich bin je länger je mehr von der genialen Idee, dass Mann und Frau einander als Ergänzung gegeben sind, fasziniert. Meine Frau ist Gegenüber, ein mir Entsprechendes, eine Ergänzung und eine Hilfe. Ohne ihre Unterstützung würde ich nicht dort stehen, wo ich heute bin. Bei jedem Aufsatz, jeder Predigt, jeder Beratung und vielen anderen Anlässen denke ich: Meine Frau hat mindestens 50 % dazu beigetragen.

3. Vertrautes Zwiegespräch als Ausdruck der wachsenden Gemeinschaft

Wir sind geschaffen vom dreieinigen Gott, der in der perfekten Gemeinschaft lebt und der gesprochen hat. Die Kommunikation in der Ehe ist ein schwaches Abbild der innergöttlichen Gemeinschaft. Ich schätze es sehr, täglich aneinander Anteil zu haben. Meine Frau ist meine erste Ansprechpartnerin und meine Vertraute. Im Bewusstsein, dass dies lange nicht von der Ehe gesagt bzw. erwartet werden kann, meine ich: Ich fühle mich am allerbesten von meiner Frau verstanden. Das tägliche Gespräch morgens und abends ist für mich unverzichtbar. Direkt damit verbunden und darin verwoben ist das gemeinsame Gebet.

4. Lass die Sonne nicht untergehen über deinem Zorn.

Es gab Auseinandersetzungen. Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, war allzu oft mein Perfektionismus oder Egoismus Ursache dieser Differenzen. Ich bin sehr froh, diese Konflikte immer zeitnah lösen zu dürfen. Basis für die Bereitschaft zu vergeben ist die Gewissheit, dass ich von meiner Schuld freigesprochen bin in Jesus, der sie getragen hat.

5. Wir bleiben beide Sünder.

Das nüchterne Bewusstsein der hohen Scheidungsrate („es erwischt jeden zweiten“) steht in seltsamem Kontrast zur Idee, dass im trauten Heim das perfekte Glück herrschen muss. Dieser überzogene Anspruch belastet eine Ehe. Ich bin mir bewusst: Gott mutet auch mir schwierige Tage zu. Die wahre Freude wird nicht vom ungestörten Glück in meinen vier Wänden abhängen.

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