Damit aus Buben Männer werden (10): Leite sie an, Grenzen zu ziehen.

In den ersten fünf Folgen habe die Ist-Situation beschrieben:

  1. Die Buben sind von den Müttern überbehütet.
  2. Sie müssen nur am Bildschirm, nicht in der Realität punkten.
  3. Sie gehen mutwillig Risiko ein.
  4. Sie sind von klein auf den Mädchen unterlegen.
  5. Sie treffen nur noch fixfertig präparierte Umgebungen an.

Im zweiten Teil ging es um Lösungsansätze:

  1. Mute ihnen Hindernisse zu.
  2. Führe sie zu den Büchern.
  3. Lehre sie, für ihr Leben Verantwortung zu übernehmen.
  4. Lebe ihnen vor, was es heisst, als Mann Führung zu übernehmen.
  5. Leite sie, an Grenzen zu ziehen.

Zu diesem letzten Punkt nochmals eine Veranschaulichung. Schauplatz ist der Kinderraum einer typisch evangelikalen Mittelstandsgemeinde:

  • Mein Vierter hat zwei Pferde in der Hand. Ein Mädchen möchte ihm eines entreissen. Die Betreuerin (und Mutter des Mädchens): “Du darfst es ihm nicht entreissen.” Und dann zum Buben: “Gib es ihr doch.” Er übergibt es. Der Kommentar: “Du bist ein Lieber.”
  • Später geht das Mädchen zu einem anderen Buben und fordert das Plüschtier von ihm. Er will es eigentlich nicht geben, tut es aber doch. Das Mädchen bedient sich und geht ohne zu danken davon. Meine Frau fordert das Mädchen auf “danke” zu sagen. Jemand, der das Mädchen kennt, meinte daraufhin: “Das ist gut, sonst holt sie sich eines nach dem anderen ab.”

Das sind Nuancen, doch diese Nuancen prägen. Der Junge wird gelehrt alles kampflos preiszugeben, und das Mädchen gewöhnt sich an: Hol dir, was du brauchst. Den Jungen wird etwas Wichtiges weggenommen: Er lernt nicht um etwas (auf eine gute Art) zu kämpfen. Ein Junge muss lernen Grenzen zu setzen und diese zu verteidigen.

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