Manche Gymnasien sind Wohlfühlvereine

Klare Worte vom neuen ETH-Präsidenten in der NZZ am Sonntag.

Sie sagten kürzlich in einem Interview, die ETH sei kein Wohlfühlverein.

Das ist so. Wir sind eine Elite-Schule. Es geht bei uns primär um Leistung. Eine angenehme Stimmung ist erstrebenswert, aber im Gegensatz zu anderen Bildungsinstitutionen nicht das vorrangige Ziel.

Welche anderen Bildungsinstitutionen?

Zum Beispiel gab es bei gewissen Gymnasien eine Tendenz hin zum Wohlfühlverein, aber ich glaube, die Schulen haben das mittlerweile bemerkt.

Was meinen Sie mit «Wohlfühlverein»?

Schauen Sie mal die früheren Leitbilder einiger Gymnasien an. Auf den ersten Seiten steht sinngemäss, dass man für eine angenehme Atmosphäre sorgen will oder für ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler und so weiter. Und dann am Schluss steht noch in einem kleinen Absatz, man wolle übrigens auch den Leistungskatalog der Bildungsdirektion erfüllen. Dieses Ungleichgewicht finde ich nicht gut.

Was wäre besser?

Zuoberst müsste stehen: «Wir wollen an dieser Schule hervorragende Ausbildung und Leistung erbringen.» Allmählich setzt sich dieser Gedanke durch. Hoffentlich. Die Schweiz lebt davon, dass sie ein innovatives Land ist. Innovation ist unser Geschäftsmodell. Wir haben sonst nicht viel anderes. Also müssen wir Leistungen erbringen. Nur so können wir unseren Wohlstand wahren. Die Gymnasien müssen sich daher auch als Eliteschulen verstehen.

Solche Statements kommen meines Erachtens so gut an, weil sie eine Seite der Bildung betonen, die in den Hintergrund zu geraten droht: Die Seite der Form.

  1. Ich habe keine Zeit, um Spass zu haben.
  2. Das Lob der Disziplin
  3. Mein Aufsatz zum Thema: Form und Freiheit – ihre Bedeutung für Bildung und Erziehung
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