Es ist ein Märchen, dass irgendwann der Traumjob auftaucht

Dieser Beitrag im Blog „Beruf und Berufung“ der Zeitung „Der Bund“ hat es in sich. Ich treffe diese Situation häufig im Unternehmen an:

Man würde meinen, der Mensch wähle im Zweifelsfall automatisch die Option, die mehr Glücksgefühle verspricht. Das würde bedeuten: Wenn der Leidensdruck gross ist, wächst die Offenheit für das Neue. Oder drastisch ausgedrückt: Wenn das Pferd tot ist, steigt der Reiter ab und sucht sich ein neues. Das ist aber nicht so. Sehr viele Reiter bleiben auf ihrem toten Pferd sitzen. Es bringt sie zwar nicht mehr weiter, aber sie wissen wenigstens, woran sie sind. Reiter von toten Job-Pferden sind unglaublich kreativ darin, gute Gründe für ihr Nicht-Handeln zu finden. Aus der Fachperspektive betrachtet, kämpfen sie mit dem Prägnanzproblem: So lange sie sich entscheiden müssen zwischen der sehr klaren Option «Festhalten am status quo» und der sehr vagen Alternative «Etwas Neues aufbauen», entscheiden sie sich für das Vertraute, selbst wenn sie es hassen. Unser Gehirn vermeidet das Unklare, weil es die damit verbundenen Risiken überschätzt.

VD: MG

P. S. Ein erfahrener Berater hat mich einmal herausgefordert mit der Bemerkung: „Sie sind doch gläubig. Was haben Sie schon zu befürchten?“