Aus der Bibliothek (6): Der schwarze Tanner

Meine Frau liest mit den Kindern ein eindrückliches Buch von Schweizer Autoren Meinrad Inglin:

Kaspar Tanner ist ein bis anhin unbescholtener Landwirt. Jenseits der Landesgrenze tobt der Zweite Weltkrieg, und die Schweizer Bevölkerung kennt die Hungersnot schon aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Auf Anordnung des Bundesrates und des AgrarbeamtenFriedrich Traugott Wahlen muss möglichst viel Naturboden in Ackerland umgewandelt werden. Angesichts der schwierigen Verhältnisse werden auch die Bergbauern verpflichtet, dieser Weisung Folge zu leisten. Kaspar Tanner hält sein Wiesenland für ungeeignet, um hier Gerste oder Kartoffeln anzubauen, und wehrt sich vehement gegen die Anordnung. Behörden sind für ihn ein rotes Tuch. Weil er beginnt, mit Produkten von seinem Hof Schwarzhandel zu betreiben, erhält er den Beinamen Der schwarze Tanner. Auf jede Ermahnung reagiert er verbissen. Jegliche Geldbusse schlägt er aus. Eines Tages taucht die Polizei mit einem Haftbefehl auf und muss den Bauern verhaften. Als dieser im Gefängnis von einem Kaplan besucht wird, sieht er ein, dass er Unrecht getan hat. Nach seiner Entlassung aus der Haft begibt er sich auf den Heimweg. In seinem Wohnort hat er sich durch sein Verhalten äusserst unbeliebt gemacht, so dass er sich entschliesst, an der Gemeindegrenze zu warten, bis es Nacht wird. Dann schleicht er zu seinem Hof. (Aus dem Wikipedia-Eintrag)

Anhand des Inhalts kann viel diskutiert werden: Trifft Tanner Schuld? Welche? Wie verstrickt er sich in Widersprüche? Weshalb reagiert sein Umfeld so unbarmherzig? Wie hätte er sich besser verständigen und für seine Anliegen eintreten können? Weshalb hat der Kaplan es geschafft, den verstockten Tanner in der Gefängniszelle von seiner Mitschuld zu überzeugen? Wie ging er vor?

Das Buch wurde verfilmt (hier geht es zu einem kurzen Ausschnitt). Das Buch gibt es auch als Hörspiel.

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