Die Familie als Schlachtfeld der Ideologien – aus der Warte der „ideologiefreien“ Wissenschaft

Im Vorfeld zur Abstimmung über den Familienartikel in der Bundesverfassung wird die Familie wird als „Schlachtfeld der Ideologien“ (siehe dieser NZZ-Artikel) beschrieben. Diese Beschreibungen erfolgen immer wieder aus einer sogenannt „ideologiefreien“, „wissenschaftlichen“ Warte. Man lese einmal diesen Abschnitt des Soziologen Habkern:

Den Begriff der «Familie» in der Sozialpolitik ganz aufgeben will der Soziologe Klaus Haberkern von der Universität Zürich. Der Begriff greife zu kurz und schliesse moderne Formen aus. Das Bild der Kernfamilie sei zwar noch in vielen Köpfen verankert, entspreche aber oft nicht der Realität. Die Politik müsse die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Betreuungsaufgaben verbessern und auch familienübergreifende Unterstützungsnetzwerke fördern. Dabei gehe es nicht nur um junge Eltern mit Kleinkindern, sondern auch um die immer bedeutsamer werdende Altenpflege. Haberkern warnt davor, die traditionelle Familie als neues (altes) Gesellschaftsmodell aufzuladen; von einem Familienboom könne ja auch nicht gesprochen werden. «Man sieht höchstens, dass Mütter und Väter ihre Familie mehr zelebrieren als früher. Umgekehrt sieht man aber auch, dass sich zahlreiche Menschen bewusst gegen Kinder entscheiden. Historisch betrachtet, müsste man sagen: «Die traditionelle Familie ist ‹out›, die Vielfalt der Familie und der privaten Lebensformen ist ‹in›.»

Gut dazu passt der Post „Weltanschauung: Landkarte für die Handlungen eines Menschen“. Kein Mensch kann ohne Landkarte argumentieren, weder ein Journalist noch ein Soziologieprofessor.