Zufrieden mit dem kleinen, selbst abgesteckten Territorium?

Gerrit C. Berkouwer (1903-1996), Systematiker an der VU (Freien Universität Amsterdam) und Verfasser eines 14-bändigen Werks zur Dogmatik, schreibt am Anfang seines rückblickend-erzählenden Buches „Half a Century of Theology“ (Eerdmans: Michigan 1977):

Perhaps my account is the result of sustained curiosity. The word curiosity may Sound odd here, since that is not always a great virtue. But I believe that without genuine curiosity – a sense for news – theology will not do well. I regret every sign that theologians have lost their curiosity. It happens when we are satisfied with a small territory we have carved out for ourselves and lose our feel for new perspectives and new opportunities for enrichment.

Ja: Ich gebe mich nicht mit dem „kleinen Territorium“ zufrieden, das ich mir abstecke. Ich möchte mir von Gott neue Perspektiven erschliessen lassen. Ich bin neugierig, unbekanntes Territorium zu erschliessen. Ich freue mich auf die Auseinandersetzung mit bisher unbekannten Themen.

Nein: Nicht Neugier um der Neugier willen. Kreativität in der Theologie hat schon manchen auf den Holzweg geführt. Da wird ein neuer „kreativer Ansatz“ in die Welt gesetzt und begeistert wie ungefiltert übernommen.