Über der Herzgrenze (7): Psalmen beten

Wer als Ehemann und fünffacher Vater einer Notfalloperation unterzogen wird, in dem kommen über kurz oder lang unweigerlich Gedanken hoch: Wie kann ich meiner Frau weiter der Ehemann sein, den ich gerne möchte? Wie bringe ich Kraft für meine fünf Söhne auf? Wie ernähre ich auf lange Frist die Familie? Wird meine Gesundheit stabil genug sein? Diese und andere Fragen dringen ungebeten in die Gedanken ein. Wie gehe ich mit ihnen um? (Siehe auch Mein persönliches Notfallszenario)

Eine ungeheure Hilfe in den wachen Nachtstunden waren für mich die Psalmen. Sie waren mir so nahe, dass ich immer wieder auf sie zurückgegriffen und als Gebet an Gott gerichtet habe. Sie beeinflussen – heutig ausgedrückt – meinen eigenen „Kommunikationsstil“ bzw. meine Gedanken und sind gleichzeitig ein Ausbruch aus den Überlegungen, die sich nur um sich selbst drehen. Sie sind an den gerichtet, der mich gemacht hat.

Der Weg des Gerechten und des Gottlosen (Psalm 1), insbesondere Vers 3: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“

Freude und Schlaf in Bedrängnis (Psalm 4), insbesondere Verse 8+9: „Du hast mir Freude in mein Herz gegeben, die größer ist als ihre, wenn sie Korn und Most in Fülle haben. Ich werde mich in Frieden niederlegen und schlafen; denn du allein, Herr, lässt mich sicher wohnen.“

Bewahrung und Freude in seiner Gegenwart (Psalm 16), besonders V. 11: „Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!“

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts fehlen (Psalm 23), besonders V. 4: „Und wenn ich auch wanderte durchs Tal des Todesschattens, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.“

Wegweisung (Psalm 25), insbesondere V. 4+8: „Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Pfade! … Der Herr ist gut und gerecht, darum weist er die Sünder auf den Weg.“ Auch Psalm 86,11: „Weise mir, Herr, deinen Weg, damit ich wandle in deiner Wahrheit; richte mein Herz auf das Eine, dass ich deinen Namen fürchte!“

Nach dem Weinen die Freude (Psalm 30,6): „Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.“

Verlangen nach der Gegenwart des Herrn (Psalm 84), insbesondere V. 5+6: „Wohl denen, die in deinem Haus wohnen; sie preisen dich allezeit! (Sela.) Wohl dem Menschen, dessen Stärke in dir liegt, [wohl denen], in deren Herzen gebahnte Wege sind!“

Dem Tod entronnen, um Gottes Taten zu verkünden (Psalm 118,17+18): „Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten des Herrn verkünden. Der Herr hat mich wohl hart gezüchtigt; aber dem Tod hat er mich nicht preisgegeben.“

Zurüstung durch Demütigung (Psalm 119,67): „Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber befolge ich dein Wort.“

Grosse Beute in seinem Wort (Psalm 119,162): „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der grosse Beute macht.“

Wohin geht mein Blick? (Psalm 121), insbesondere V. 2: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Der Herr führt seine Pläne mit mir zum Ziel (Psalm 138), insbesondere V. 8: „Der Herr wird es für mich vollbringen! Herr, deine Gnade währt ewiglich; das Werk deiner Hände wirst du nicht im Stich lassen!“

Bitte um Reinigung von einem Weg der Schmerzen (Psalm 139,23+24): „Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg!“