Weshalb wir uns für einen Minimal Lifestyle entschieden haben (1): Unser tägliches Brot gib uns heute

Bei uns lautet das Motto anders: Beschaffe dir das, wozu du im Moment Lust hast? In den Kästen türmen sich so viel Kleider, manche davon nie oder kaum getragen. Auf dem Estrich stapeln sich längst vergangene Konsumfreuden, manche Wohnungen füllen sich mit Sammelstücken. Neue Möbel werden ohne Aufheben um der Laune willen ausgewechselt, ebenso ganze Inneneinrichtungen. Es geht nicht um den Bedarf, sondern um das Stillen von Bedürfnissen, die oft erst künstlich geschaffen worden waren.

Das Motto aus der Bergpredigt „Unser tägliches Brot gib uns heute“ ist für uns in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Es bedeutet: Nach dem Bedarfsprinzip zu leben beginnen. Was benötigen wir wirklich für einen Sommer oder einen Winter? Wir schreiben den Bedarf aus, sprechen und verhandeln darüber. Wir beziehen auch unsere Kinder in den Entscheidungsprozess mit ein. Es geht nicht darum (das ist die Kehrseite), ängstlich, besserwisserisch oder gar um des Verzichts willen auf bestimmte Dinge zu verzichten. Es geht vielmehr um eine positive Herangehensweise: Was benötigen wir wirklich? Das bringt etliche erstrebenswerte Vorteile mit sich: Zuerst einmal Dankbarkeit für das, was Gott gibt; ein zuversichtliches, fröhliches Investieren in den täglichen Bedarf; und vor allem frei gesetzte Ressourcen (Zeit, Kraft und Geld).