Weshalb wir uns für einen Minimal Lifestyle entschieden haben (5): Geschickt wirtschaften

Jedes Mal, wenn ich mich auf konkrete Ratschläge einlasse, komme ich ins Zögern. Denn es entsteht sehr schnell eine eigene Messlatte, die ich mir so zurecht lege, dass ich darüber springen kann. Auch wenn es ums Geld geht, ist Moralin die falsche Verschreibung. Erst wer wirklich verstanden hat, wo das wahre Glück zu finden ist und durch die Kraft des Heiligen Geistes danach lebt, kann solchen unten beschriebenen Leitlinien befreit nachleben.

  1. Die Fixkosten tief halten: Viele Anschaffungen ziehen Folgekosten (Unterhalt, Versicherungen, Abschreibungen, Wiederbeschaffungskosten) mit sich. Überlege, welche Fixkosten du senken kannst, indem du dich von Hab und Gut trennst.
  2. Ehrlich rechnen: Ich erlebe manche Menschen, die sich in ihrer eigenen Argumentation verstricken, die lautet: „Das kostet mich nur…“ Nehmen wir zum Beispiel den Wagen: Wer nur laufende Kosten (Benzin, Versicherung, Steuern, Unterhalt) berechnet statt Vollkosten inkl. Abschreibung, macht sich selbst etwas vor. Ein Beispiel: Wer in vier Jahren 25’000 abschreibt, den kostet nur schon diese Wertverminderung monatlich 500.
  3. Monatlich rechnen: Wer von Monat zu Monat nur das rechnet, was effektiv rausgeht, der betrügt sich selbst. Es ist viel geschickter, alle übers Jahr anfallenden Kosten (inkl. Steuern, Versicherungen, Mitgliederbeiträge etc.) auf den Monat umzulegen und so zu budgetieren. Dazu gehören auch Rückstellungen, das heisst Vorsorge für unregelmässig und überraschend anfallende Kosten wie Krankenkassen-Selbstbehalt oder Zahnarzt.
  4. Weil ich es mir leisten kann: Manche Menschen sehen es als logisch an, sich alles zu beschaffen, weil sie es sich leisten können. Wer jedoch wirklich als Verwalter Gottes lebt, der wird merken, dass dieses Motto einem „Leben vor Gott“ widerspricht. Zudem ist es nachgewiesen, dass jeder, der wirtschaftlich unterhalb seinen Möglichkeiten lebt, entspannter und glücklicher ist.
  5. Geben ist seliger als nehmen: Viele – und ich schliesse mich darin ein – tun sich schwer damit, nur schon einige wenige Prozente ihres Einkommens wegzugeben. Sie berufen sich auf „Grosszügigkeiten“ in der Vergangenheit. Eine solche Mentalität zeugt von einer „klein karierten“, mit ungleich langen Spiessen messenden Einstellung: Mit sich selbst bin ich grosszügiger als mit anderen.

Siehe auch „10 Hinweise für ein finanziell gesundes 2013“ und „Die Ausgaben im Griff behalten – 10 Hinweise“