Rückblick auf zwölf Monate Lesen und Schreiben (2)

Der Start des Unternehmens war entscheidend: Ich wusste, WARUM ich Bavinck studieren wollte. Diese Zielsetzung vor Augen stürzte ich mich ins Lesen. Während der ganzen Lesereise ging es mir darum, a) Bavincks Hauptlinien zu verstehen und b) alle Aussagen, die mit dem Themen der Bildung bzw. des Lernens zusammenhingen, zu sammeln.

Zuerst war das Hauptwerk Bavincks, die Reformierte Dogmatik mit rund 2’500 Seiten, dran. Bavinck-Experte John Bolt hat die englische Ausgabe editiert, John Vriend eine ausgezeichnete Übersetzung besorgt. Den ersten Band las ich – als Experiment – am Bildschirm. Die Zitate übertrug ich direkt in ein Word-File. Doch das Buch hat durchaus seine Vorzüge. So entschied ich mich, die Bände 2 – 4 auf Papier zu lesen und mit dem Stift zu bearbeiten. Über die verschiedenen Stadien des Lesens habe ich bereits hier berichtet.

Nach dem Hauptwerk folgten Bavincks wichtigste philosophische Schriften (u. a. Christliche Weltanschauung, Philosophie der Offenbarung). Mit Bavincks Vorgehen und Schreibstil vertraut, verlies ich dann den sicheren Grund der englischen Sprache und wagte ich mich an das Niederländisch heran. Kein Sprachkurs, sondern die direkte Annäherung wählte ich. Das heisst: Den niederländischen Text zunächst abschnittweise zu verstehen suchen; dann die Abschnitte mit Hilfe von Google Translator (man kann den Text dort übrigens auch hören) übersetzen und die wichtigsten Aussagen gleich in ein Dokument übertragen.

Dann folgten die übrigen Werke Bavincks, insbesondere die kürzeren Reden und seine ethischen Schriften. Sie bildeten wertvolle eine wertvolle Ergänzung zum bisher Gelesenen. In dieser Phase begann ich parallel die Biographien Bavincks zu lesen. Zudem besorgte ich mir die wichtigen Aufsätze zu Bavinck, insbesondere aus dem Calvin Theological Journal. Es fiel mir auf, dass sich manche Aufsätze nur auf das übersetzte englische Material von Bavinck bezogen. Es hat sich gelohnt, sich auch die übrigen Schriften zu Gemüte zu führen. Ergänzend dazu las ich einige Dissertationen bzw. Auszüge davon. Neben der Auseinandersetzung mit der Bavinck-Rezeption lernte ich so indirekt über das Vorgehen der Gelehrten.

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