Gottes Kraft in schwachen Menschen

Kraft habe ich nicht, mich selbst zu bekehren, Kraft fand ich nicht, Gottes Gebot zu bewahren, wie ich auch gewillt war, und mein Bestes tat, – Kraft fand ich nicht, um mich zu Gott zu wenden, Kraft nicht, um einen einzigen Seufzer auszustossen, Kraft fand ich nicht, um eine einzige Sünde, eine lächerliche Sünde, schwach wie ein Spinngewebe, wie ein vermoderter Faden, zu zerreissen, – Kraft fand ich nicht zum Widerstande wider die Welt und ihre Schmach! – und gerade da, da ich so kraftlos war, habe ich es erlebt, dass der Herr seines Volkes Stärke ist … Stark bin ich nie gewesen als in des Herrn Kraft. Froh bin ich nie gewesen, als in der Freude des Herrn.

Das habe ich erfahren von meiner Jugend auf: ich bin durch alle Ratlosigkeit hindurchgekommen, aber nicht Menschen, sondern der Herr allein, der hat gehört, der hat geholfen, als ich am Rande des Abgrunds lag!

Ich kann vor dir steh, o Mensch, als ein lebendiger Zeuge davon, was der Herr denen tut, die auf ihn warten; als sein lebendiger Zeuge, wie wohl der dran ist, der in dem Worte bleibt. Nicht ich, sondern das lebendige Zeugnis aus meinem Munde, Christus, wird in dir, der du Finsternis bist, scheinen, dass du ihn sehen wirst.

Hermann Friedrich Kohlbrügge, hier zitiert

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