Single, männlich, sucht keine Heirat

Wenn ein Zeitungsartikel 600 Kommentare nach sich zieht, dürfte dies den Rückschluss zulassen, dass es sich um ein brisantes Thema handelt. Dies trifft auf den Soziologen Walter Hollstein mit seinem Artikel „Single, männlich, sucht keine Heirat“ zu. Die Statistiken lassen aufhorchen: Die Zahl der Single-Männer im heiratsfähigen Alter nimmt stark zu. Männer bleiben immer länger im Hotel Mama. Und wer gibt den Anstoss zur Scheidung?

Fast zwei Drittel der Scheidungen gehen – nach der Emanzipation der Frauen und der Revision des Scheidungsrechts – von den Frauen aus. Auch da sehen sich die Männer in der Defensive. Nimmt man die unverheirateten Paare noch hinzu, dürften gegen 85 Prozent der Trennungen heute von Frauen initiiert werden.

 Das Idealkind ist heute ein Mädchen.

Wenn sich Eltern heute stolz vorstellen, dass sie ihr Kind heranwachsen sehen, haben sie in der Regel ein Mädchen vor ihrem geistigen Auge und nicht mehr einen Jungen. Kein Wunder: Mädchen sind bereits in der Schule erfolgreicher, sie sind es auch an den Universitäten und in vielen Berufen. Mädchen sind flexibler, ehrgeiziger und lernbegieriger. Jungen hingegen bleiben zurück. Sie vermögen sich an die neuen Bedingungen kaum oder nur mühevoll anzupassen. Mit anderen Worten: Sie haben zunehmend Probleme und keine Lösungs­muster dafür.

 Die Folgen der männlichen Verweigerung:

Soziologen sehen bei diesen Männern schon länger die Tendenz, sich der gesellschaftlichen Verantwortung zu entziehen, und die Gefahr einer männlichen Unterschicht.