Wenn Vater und Sohn zusammen lernen (1): Struktur schafft Kultur

Für das neue Schuljahr haben wir wöchentliche Vater-Sohn-Lernzeiten eingeplant, wenn kein Unterricht gemäss offiziellem Stundenplan stattfindet. Bisher beschränkte sich mein Einsatz auf tägliche informelle Lerngelegenheiten. Das Anliegen, meine Söhne noch gezielter beim Lernen zu unterstützen, verstärkte sich angesichts der Tatsache, dass meine Söhne älter werden. Ich möchte ihnen in ihrem Übergang ins Erwachsenenleben zur Seite stehen. Sie suchen nach männlichen Vorbildern. Dem will ich mich – im Wissen um meine eigene Beschränktheit – stellen.

Schon Tage vor dem Start erfasste mich eine innere Unruhe. Ich entwarf im Kopf einige Abläufe. Ständig kamen mir neue Ideen bezüglich Themen und möglichen Quellen. Ich musste mir sagen, dass die Materialfülle den Unterricht nicht spannender machen wird. Obwohl ich üblicherweise Ideen schriftlich festhielt, verwarf ich die meisten Ideen ohne sie aufgeschrieben zu haben.

Am Vorabend legte ich das Programm mit meinen beiden Älteren auf der Wandtafel schwarz auf weiss fest: Andachtszeit, Schwimmen, Mathe mündlich und schriftlich, Deutsch mündlich und schriftlich (mit Inhalten aus Mensch & Umwelt), Englischvokabeln.

Wir setzten das Programm gemäss Plan um. Zu den einzelnen Sequenzen machte ich mir in ein Schulheft Notizen. Gemeinsam zu lernen, verstärkt die Zusammengehörigkeit. Wir kurvten mit dem Fahrrad durch den dichten Strassenverkehr, schlotterten nach dem Schwimmen in der kühlen Luft und entdeckten neue Inhalte. Auch mir rauchte hernach der Kopf.

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