Den Schwächsten eine Stimme geben

Das Verbot, Unschuldige zu töten, gehört zum Wesen des Rechtsstaates. Alle Gegner der Todesstrafe erwarten sogar vom Staat, dass er keine Schuldigen tötet. Aber die Unschuldigsten und Wehrlosesten aller Menschen, die im Mutterleib, stehen ohne jeden staatlichen Schutz da, wenn die, die sie eigentlichen mehr als alle anderen beschützen sollten, Mutter, Vater und Arzt/Ärztin, ihren Tod beschlossen haben. (Thomas Schirrmacher, Ethiker, Religionssoziologe)

Nehmen wir an,

  • das Leben beginnt nicht mit der Geburt oder gar mit einem bestimmten Grad an Selbstbestimmung, sondern bei der Zeugung
  • Menschen würden heute mit derselben Gleichgültigkeit an der Tötung von Ungeborenen vorgehen gehen wie früher bei Duelltoten auf der Strasse oder Kinderarbeit in Bergwerken und Fabriken
  • die psychischen Folgen einer Abtreibung seien erheblich
  • die Einsamkeit Millionen alternder Chinesen sei nicht von ungefähr

Genau von diesen Annahmen bin ich überzeugt. Warum werden für die Suche eines vermissten Kindes buchstäbliche alle Hebel in Bewegung gesetzt? Warum werden für Leben verlängernde Massnahmen von verletzten und älteren Menschen so viele Ressourcen aufgewendet? Weil wir davon ausgehen, dass Leben in sich Wert besitzt. Dass gerade die Ungeborenen keine oder kaum eine Stimme haben, erschreckt.

Also gehe ich hin, wenn in der Öffentlichkeit auf dieses schreiende Unrecht aufmerksam gemacht wird. Klar, du wirst als Teilnehmer einer solchen Kundgebung in eine bestimmte Ecke gestellt werden. Doch was soll’s? Ich will dort stehen. Und meine Söhne sollen erkennen, für was Papi eintritt.

Hier geht es zum Paper des emeritierten Bonner Ethikers Ulrich Eibach (* 1942) „Menschenwürde an den Grenzen des Lebens“.  Auch der Text der Manhattan Erklärung (2009; deutsche Übersetzung) sei zum Lesen empfohlen.

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