Interviews mit jungen Männern (1): Du hast genau die Eltern bekommen, die du bekommen solltest

Es gibt sie: Junge Männer, die in ihren Zwanzigern nicht den Ausgang, ein neues Tatoo, das neuste Game oder das Feierabendbier im Kopf haben. Lars Reeh gehört zu einer jungen Generation, die Männer Gottes sein möchten und Verantwortung übernehmen. Ich habe ihn 2010 in Berlin kennengelernt.

  1. Wie bist du zum Glauben gekommen?
    Ich habe Kontakt zu einer Gemeinde bekommen, in der die Bibel geglaubt und gepredigt wurde. Nach einiger Zeit wurde mir deutlich, dass das Christentum tatsächlich einen absoluten Wahrheitsanspruch stellt. Ich begann mich ernsthaft zu fragen, ob es einen Gott gibt, ob die Bibel wahr ist und ob Jesus wirklich der Sohn Gottes ist, der am Kreuz für meine Sünden starb und leiblich von den Toten auferstanden ist. Ich bin dann weiter in die Gemeinde gegangen und habe angefangen christliche Apologetik zu lesen. Nach einer ungefähr 9 monatigen Zeit des Suchens und Ringens hat Gott mich von der Wahrheit überzeugt und mich zu Ihm selbst bekehrt.
  2. Wie lautet dein Lebensmotto?
    Es ist mein Gebet, das Evangelium besser zu verstehen und in der Heiligung zu wachsen.
  3. Welche gesellschaftliche Entwicklung bereitet dir am meisten Not?
    Die hohe Scheidungsrate und ein übertriebener Medienkonsum.
  4. Was würdest du einem suchenden Menschen in deinem Alter zum Lesen empfehlen?
    ‚The Reason for God. Belief in an Age of Scepticism“ von Tim Keller (auf dt. „Warum Gott? Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit?“)
  5. Welchen Rat würdest du einem Mittzwanziger, der in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen ist, geben?
    Verachte deine Eltern nicht! Ehre sie! Gott ist allmächtig, allwissend und gut. Du hast genau die Eltern bekommen, die du bekommen solltest. Sei dankbar! Verstehe dein christliches Elternhaus an sich nicht als etwas, dass von der Realität abgekoppelt ist und für das du jetzt irgendwie kompensieren müsstest. Vielleicht haben deine Eltern an manchen Stellen die Bibel falsch verstanden, was dazu führte, dass sie dich biblisch erziehen wollten, aber dich zum Teil unbiblisch erzogen haben (Beispiel: Gesetzlichkeit). Vielleicht haben dich deine Eltern aber auch sehr biblisch erzogen und es ist dein Fleisch und deine Rebellion gegen Gott und gegen die Autorität deiner Eltern, die dich dazu verleiten deine gute Erziehung im Nachhinein als „gesetzlich“ zu verwerfen. Tue Buße! So oder So: Unterscheide anhand der Bibel, was gut oder schlecht war! Versuche nicht die Uhr zurück zu drehen, um dir die Eltern zu basteln, die du dir gewünscht hättest. Es ist nicht deine Aufgabe deine Eltern zu erziehen. Wenn du einen Mangel in deinem Leben erkennst, übernehme für dich selbst Verantwortung. Studiere die Schrift! Bete! Lese gute Bücher! Suche dir weitere positive Vorbilder!  Wenn du immer noch darunter leidest in der Schule nicht zu den Coolen gehört zu haben: Unterscheide und tue Buße! „Coolness“ ist häufig nur ein Synonym für Weltlichkeit. Jedes Gebet deiner Eltern für dich und jedes Bibelwort, das du in deiner Kindheit gehört hast sind es wert, manche TV-Serien nicht zu kennen. Es ist besser Paulus, als Homer zu zitieren.

Lars Reeh ist 26 Jahre alt, studiert Lehramt in Gießen und verbringt seine Freizeit gerne mit Lesen bzw. Spaziergängen. Seine Arbeitsbereiche und Interessenschwerpunkte sind Apologetik, Pädagogik, Postmoderne und Pop-Kultur. Hier geht es zu seinem Artikel „Klassenzimmer-Apologetik“.