Lehrstücke aus dem Familienurlaub (1): Wenn die Reise mehr als ein notwendiges Übel ist

Wer kennt es nicht? Mann legt im Geschäft einen Schlussspurt hin. Dann kommt der Stress des Packens. Der Wagen wird beladen. Mitten in der Nacht wird aufgebrochen. Es gibt nur ein Ziel – die Anreise zu überstehen. Erschöpft am Zielort angelangt, folgt die Entspannung. Unser Ferienanfangs-Ritual sieht etwas anders aus. Mit dem Packen beginnen wir bereits einige Tage vorher. Die Kinder packen ihren Rucksack selbst. Die Älteren sind selbst dafür verantwortlich, dass sie alles Notwendige mitnehmen. Selbstverständlich können sie unseren Rat in Anspruch nehmen. Zusammen wird ein Essensplan erstellt, ebenso ein Wunschliste für Unternehmungen während dem Urlaub. Wir besorgen die Tickets und überlegen uns einen optimalen Zeitplan für die Anreise.

Am Abreisetag stehen wir früh auf. Das Gepäck liegt bereit. Wir wecken die Kinder, welche in die bereits vorher bereit gelegten Kleider steigen. Bevor die erste Unordnung entstehen kann, haben wir bereits das Haus verlassen. Es regnet in Strömen. Im voll besetzten Zug haben die Reisegäste zwei Abteile für uns geräumt. Zunächst dösen alle etwas vor sich hin. So bald etwas Leben in die Gruppe kommt, werden Bücher verteilt. Es wird gelesen und vorgelesen. (Als Reserve haben wir stets Gesellschaftsspiele und Material zum Zeichnen dabei.) Als der jüngste unruhig wird und den Zugwagen erkunden möchte, ist auch schon der erste Umsteigeort erreicht. Das Umsteigen hilft uns die Reise zu rhythmisieren.

Wir achten auch darauf, wie wir uns verpflegen. Ohne Überlegungen werden klebrige oder sehr energiereiche Lebensmittel konsumiert. Das aktiviert unsere Jungmannschaft ungemein. Wir geben in einem zeitlichen Intervall kleinere Portionen. Selbstverständlich ist etwas Besonderes dabei.

Vor der Ankunft am Ziel wird unsere Geduld trotzdem noch auf die Probe gestellt. Nach dem Grosseinkauf und anderen Besorgungen gilt es noch eine Stunde Fussmarsch zu überstehen. Müde und zufrieden kommen wir am Zielort an. Die Krönung folgt am Schluss: Auf dem Grill bräteln wir Würste, die wir in der Metzgerei gekauft hatten. Den Rest des Tages verbringen die Kinder friedlich spielend. Es muss keine weitere Unternehmung geplant werden, die Reise war es bereits in sich.

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