Die „Strange Fire“-Konferenz und was davon nachdenkens-wert bleibt

John MacArthur, bekannt durch die auf deutsch übersetzte Studienbibel sowie durch seine Auslegungen zu biblischen Büchern – MacArthur hat über Jahrzehnte acht Stunden täglich die Bibel studiert -, war kürzlich Initiator der „Strange Fire“-Konferenz. Wie es der Titel andeutet, ging es um eine kritische inhaltliche Auseinandersetzung mit der weltweiten Pfingst- bzw. charismatischen Bewegung. Während die einen die Pauschalisierung und Stigmatisierung kritisierten (siehe z. B. dieser Post von Michael Brown), begrüssten andere die Auseinandersetzung mit der weltweiten grössten christlichen Bewegung, die in den letzten Jahren zu kurz gekommen sei. Dass die Emotionen hoch gingen, zeigt z. B. der Einsatz von Marc Driscoll, der vor der Konferenz verteiltes neues Buch von der Security kurzerhand konfisziert wurde (siehe hier).

Meine Frau stellte mir die entscheidende Frage: Um welche Frage ging es eigentlich? Es geht um die theologische Grundfrage, ob die Wunder- und Zeichengaben ein temporäres Phänomen darstellten oder bis zur heutigen Zeit anhaltend auftreten. Thomas Schreiner hat hier anlässlich des gleichnamigen Buches von MacArthur eine faire Darstellung vorgenommen. Er bemerkt – meines Erachtens zu Recht -, dass für beide Positionen bedenkenswerte theologische Argumente vorgebracht werden können.

Die einzelnen Vorträge können hier angehört werden. Der bekannte kanadische Blogger Tim Challies hat alle Sessions live gebloggt (beginnend hier) und hier seines eigenes Fazit gezogen. Trevin Wax hat hier über einen guten Zugang…

If you believe in truth and error, facts and falsehood, right and wrong, then you recognize the need to seek truth as opposed to false teaching. This is the position of John MacArthur, and it should be the position of every evangelical Christian, including those who disagree with MacArthur’s cessationist views.

und einen schlechten Zugang gesprochen.

Unfortunately, much of the controversy surrounding this conference seemed to me less like continualists and cessationists making the case for their respective positions and more like postmodern aversion to saying someone could be right or wrong.

Was bleibt? Wax stellt drei wichtige Fragen:

  • Did the speakers make a solid, exegetical case from Scripture for cessationism?
  • Were the speakers fair to charismatics who decry the excessive practices and theological errors of other charismatics?
  • Would the continualists listening to these messages agree that their position was represented fairly and accurately (even if ultimately rejected)?