Der Vatikan befragt die Gläubigen zu Ehe und Familie

Die katholische Kirche hat ein ausführliches Papier für die einzelnen Diözesen vorbereitet. Es lohnt sich, den Überlegungen zu folgen.

Unter den zahlreichen neuen Situationen, die die Aufmerksamkeit und den pastoralen Einsatz der Kirche erfordern, möge es genügen, an folgende zu erinnern: konfessionsverschiedene oder interreligiöse Ehen; Familien mit nur einem Elternteil; Polygamie; arrangierte Ehen mit dem daraus folgenden Problem der Mitgift, der manchmal als Kaufpreis der Braut verstanden wird; das Kastensystem; die Kultur des nicht verpflichtenden Ehebandes und der angenommenen Instabilität dieses Bandes; Formen des der Kirche feindlich gesinnten Feminismus; Phänomene der Migration und Neuformulierung des Begriffs der Familie; relativistischer Pluralismus im Eheverständnis; Einfluss der Medien auf die Volkskultur im Hinblick auf das Verständnis von Ehe und Familienleben; Dauerhaftigkeit und Treue des Ehebundes entwertende Denkströmungen, die einzelnen Gesetzesvorschlägen zugrunde liegen; Verbreitung des Phänomens der Leihmütter; neue Interpretationen der Menschenrechte.

Das Papier erinnert an die biblische Theologie der Ehe, etwa die Bestätigung durch Jesus selbst:

Zum Ursprung zurückkehrend hat Jesus die Einheit und Treue der Ehegatten gelehrt und Verstoßung und Ehebruch zurückgewiesen. Gerade durch die außerordentliche Schönheit der menschlichen Liebe — bereits mit inspirierten Zügen gefeiert im Hohenlied — und des von Propheten wie Hosea (cf. Hos 1,2-3,3) und Maleachi (cf. Mal 2,13-16) geforderten und verteidigten Ehebandes hat Jesus die ursprüngliche Würde der Liebe des Mannes und der Frau bekräftigt.

Darauf aufbauend folgt ein ausgebauter Fragenkatalog. Die Fragen regen zum Nachdenken an. Zum Nachdenken: Wie geht meine Gemeinde mit getrennt und geschieden lebenden Ehegatten, wie mit Kindern in irregulären Ehesituationen?

VD: EP

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