Der Lärm unserer Gedanken

Beat Tanner, Paar- und Familientherapeut, schreibt:

„Es ist der Lärm unserer Gedanken, welche ständig auf uns einreden. Dieser Lärm, von unserem Ich produziert, ist oft sehr laut. Nicht akustisch laut im Sinne von Dezibels; nein, laut in dem Sinne, dass gewisse Gedanken den ganzen Raum unseres Herzen erfüllen und uns so daran hindern, die Stimme Gottes zu vernehmen. Lassen Sie mich das ein wenig erläutern:

Der Wecker läutet. Nein, schon Morgen
Wir stehen auf und gehen ins Badezimmer. Was muss heute alles gemacht werden?Im Badezimmer. Ah, ein Artikel. Der muss heute noch geschrieben werden. Was soll ich schreiben
Wieder im Schlafzimmer. Nachmittags ist noch eine Sitzung. Wie sollen wir dieses Thema nur angehen?
In der Küche. Die Emails, die darf ich nicht vergessen …

Merken wir , wie solche Gedanken immer mehr die Kontrolle über unser Herz und damit über unser Leben gewinnen? Sie bestimmen zunehmend unsere Gefühle und unser Verhalten gegenüber den Mitmenschen. Sie machen uns innerlich unruhig und ungeduldig, ja lieblos mit unseren Nächsten. Diese Gedanken lenken oft unbemerkt unseren Lebensweg.Hören wir den Lärm, ja das Geschrei tief in unserem Herzen? Nachts lässt es uns nicht schlafen und tagsüber zwingt es uns zur Beschäftigung mit uns selbst. Es macht uns taub für die Worte anderer Menschen und das Wort Gottes. Die Gedanken, denen wir freien Lauf lassen, haben Folgen: Sie bestimmen unser Leben.“

Tanner nennt folgende Motive für die Selbstprüfung der Gedanken:

  • die vorgefertigten Verurteilungen anderer Menschen
  • die Angst, die Kontrolle über das Leben zu verlieren
  • der Stolz, der nicht zulässt, dass wir erkannte Fehler zugeben
  • die Angst, wieder beschämt zu werden

„Mein ‚Ich will …‘ wird von Gott und den Mitmenschen und mir selbst nicht erfüllt. Dieses ‚Ich will …‘ ist die Sünde, die mein Herz beherrscht. Es sind die Begierden in unseren Herzen, die uns bestimmen. Unsere Gedanken führen uns zu den Motiven des Herzens hin, wenn wir genau und sorgfältig auf die innere Diskussion in unserem Herzen achten. “

Tanner nennt einige sympomatische Fragen für das „ich will“:

  • Welche beruflichen oder persönlichen Ziele will ich erreichen?
  • Wann sage ich jeweils zu mir: „Wenn nur…!“?
  • Was möchte ich am liebsten kontrollieren?
  • Was will ich unbedingt vermeiden? Was sind meine grössten Ängste?