Lektionen aus der Lektüre von Gefangenenliteratur (5): Eine Vision der Zukunft

Viktor E. Frankl beschreibt in seinem Bestseller „Trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologie erlebt das Konzentrationslager“ über seine Vision:

Plötzlich sehe ich mich selber in einem hell erleuchteten, schönen und warmen, grossen Vortragssaal am Rednerpult stehen, vor mir ein interessiert lauschendes Publikum in gemütlichen Polstersitzen – und ich spreche; spreche und halte einen Vortrag über die Psychologie des Konzentrationslagers!“ (S. 120)

Was er sich vorgenommen hatte, verwirklichte er ein knappes Jahr nach seiner Befreiung. In nur neun Tagen diktierte er seine Erfahrungen des Konzentrationslagers.

„Wie hat sich im Konzentrationslager der Alltag in der Seele des durchschnittlichen Häftlings gespiegelt?“ (Viktor E. Frankl, Was nicht in meinen Büchern steht, S. 83f)

Frankl erlebte Mithäftlinge, die fest an ihre Befreiung bis zum einem bestimmten Datum glaubten. Sie hielten sich so lange über Wasser, bis jenes Datum vorbei war. Innert kürzerster Zeit danach wurden sie dahingerafft!

Was für eine wunderbare Vision (und Realität!) schenkt der christliche Glaube – selbst und gerade dann, wenn es eng wird. David berichtet davon, wie Gott ihm in der Bedrängnis Raum verschaffte (Psalm 18).