Lektionen aus der Lektüre von Gefangenenliteratur (8): Turnübungen

Wie hält sich jemand unter schlechten hygienischen Verhältnissen, mit zu wenig Nahrung und trotz permanenter Übermüdung fit halten? Immer wieder lese ich in den Autobiographien von Häftlingen, die unbeirrt ihre Übungen machten (z. B. in Nelson Mandela, Der lange Weg zur Freiheit). Wer sich selbst einen Rhythmus zu geben vermochte trotz der hohen Fremdsteuerung und Willkür, für den bedeutete dies ein Stück Lebensqualität trotz allem.

Mir ist bewusst: Mit dem Willen lässt sich nicht alles richten. Körperliche Schwäche und Unzulänglichkeiten lassen sich nicht einfach übersteuern. Trotzdem bleibt: Der Wille zu überleben statt zu resignieren bleibt doch der bessere Weg. Ich habe für mich selbst die Fragestellung übernommen: Was kann ich an besonders belastenden Tagen trotzdem tun? Was an körperlicher Übung und seelischer Entspannung lässt sich umsetzen?

Ähnliche Beiträge