Wenn Vater und Sohn zusammen lernen (16): Die Schule des Zeichnens

Mein Ältester packte frühmorgens ein Lehrbuch „Die Kunst des Zeichnens – Tiere“ aus. Sein erster Kommentar lautete: „Das ist nicht stufengerecht.“ Ich musste das Lachen unterdrücken, denn er meinte es ernst. Meine Frau, eine wesentliche versiertere Zeichnerin als ich, begutachtete das Buch und meinte: „Das ist noch zu schwierig.“ Solche Worte haben bei meinem Sohn Signalwirkung. Von wegen zu schwierig! Nachdem er etwas darin geblättert hatte, setzte er sich an sein Pult und begann, so frisch der Morgen noch war, mit Zeichnen. Ich dachte: Nun, das Buch wird nach ein, zwei Tagen herumliegen. Weit gefehlt. Nach 10 Tagen im Einsatz werden nun in grosser Regelmässigkeit Weihnachtskarten mit Hunden und Katzen gefertigt. Mir wurde zweierlei bewusst: Der Wert eines guten Lehrmittels; die unüberbietbare Ausdauer, wenn ein Kind eigenmotiviert arbeitet.