Neue alte Erkenntnisse aus dem Familienurlaub

Seit Jahren erproben wir als Grossfamilie verschiedene Varianten für Familienurlaub. Unsere Ziele: Gemeinschaft mit Gott, innerhalb der Familie und mit anderen Menschen pflegen; Bewegung und Erholung an der frischen Luft; den Kindern die Möglichkeit geben, sich Fähigkeiten ausserhalb des gewöhnlichen Unterrichts anzueignen.

Fenster schliessen: Urlaub in unseren Breitengraden ist mit dem Imperativ verbunden „sich endlich mal was gönnen“. Das heisst, es werden jede Menge (zusätzlicher) Begehrlichkeiten geweckt. Damit verbunden ist die Anspruchshaltung von Eltern und Kindern. Wie oft haben wir es schon erlebt, dass wir uns als Eltern in der Lieferantenrolle wiederfanden. Nach ein, zwei Tagen forderten die Kinder vehement ein, dass sie befriedigt werden wollen.

Begrenzte Mittel fördern die Eigenständigkeit: Die Mobilität und das verbesserte Material haben uns daran gewöhnt, ohne Nachdenken unsere Wünsche umzusetzen. Für uns hat sich die Überlegung, wo und wie wir am besten mit unseren begrenzten Ressourcen diese Ziele umsetzen können, gelohnt. Aus der Knappheit heraus sind neue Ideen entstanden.

Bewegung inklusive: Die Kinder in den Wagen zu packen und sie ans Ziel zu fahren, macht sie passiv. Sie gewöhnen sich daran, dass die Eltern alles vorkehren. Wer öffentlich reist, nimmt einige Unannehmlichkeiten auf sich. Es hat jedoch auch viele Vorteile: Die Kinder müssen einander helfen und mitdenken. Wir müssen zu bestimmten Zeiten hin- und wieder zurückfahren. Weil wir uns im öffentlichen Raum bewegen, gibt es immer wieder Begegnungen mit anderen Menschen.

Morgenstund‘ hat Gold im Mund: Eine disziplinierte Tagesplanung gibt Struktur. Wir haben es uns angewöhnt, frühzeitig die Lichter zu löschen. Dafür sind wir morgens früh wach. (Ob das so bleiben wird, wenn unsere Söhne älter sind, wird sich weisen.) Die Hauptaktivität haben wir auf den Vormittag gelegt, so dass wir am Nachmittag ausruhen können.

Gesellschaftsspiele fördern Gemeinschaft: Ich bin kein passionierter Spieler. Von meinen Söhnen habe ich jedoch gelernt, dass ein Gesellschafts- bzw. Strategiespiel die Gemeinschaft fördert. Der Charakter des einzelnen kommt zum Vorschein. Ab und zu gerät Mann sich in die Haare, um sich wieder zu versöhnen.

Kleine Höhepunkte: Wie schön ist es, nach Stunden in der Winterluft eine leckere Mahlzeit zu sich nehmen zu dürfen; nach der Kälte ein warmes Bad zu nehmen; in der Bäckerei ein warmes Maisbrot  zu kaufen; einen Moment still zu stehen und in die sonnenbeschienene Winterlandschaft zu blicken.

Lesen und vorlesen: Wir werden mit medialen Impulsen bombardiert. Sogar im Zug und in den Bussen sind Bildschirme installiert, die uns mit Datenschrott beliefern. Da lobe ich mir ein Ebook oder ein gutes altes Buch in die Hand zu nehmen.

Von den Besseren lernen: Wir standen auf der Loipe, und es galt sich neue Techniken anzueignen. Wie? Ganz einfach. Man beobachte die anderen Schneesportler. Bei besonders talentierten Exponenten lässt sich manch hilfreicher Rat ergattern. Manch einer hat Freude ob dem lernwilligen Nachwuchs. Die Hauptarbeit bleibt – das Üben.

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