Buchbesprechung: Die kleine Kinderbibel

Kenneth N. Taylor. Die kleine Kinderbibel. Brunnen/Lydia: Giessen, 2003. 382 Seiten. (z. Z. gebraucht ab 22 Euro) 

Kein anderes Buch hat das Leben so vieler Menschen auf derart bemerkenswerte Weise verändert wie die Bibel. Sorgfältig aufbereitet, kann Gottes Wort zu einer Quelle des Lichtes im frühesten Kindesalter und zu einem unerschütterlichen Fels werden, auf dem sich ein ganzes Leben aufbauen lässt. Ich bin der Meinung, dass ein Kind die Bibel so früh wie möglich kennen lernen sollte.

So schreibt Kenneth Taylor im Vorwort dieser 1956 erstmals in englischer Sprache veröffentlichten Kinderbibel. Sie gehört seit Jahren zu unserem Kinderbibel-Inventar. Meine Frau hat sie schon mehrmals wieder zusammengeklebt und den Einband verstärkt. Mit all unseren fünf Kindern bin ich durch diese Bibel gegangen. Sie enthält etwa 160 Geschichten aus dem Alten und dem Neuen Testament jeweils auf einer Doppelseite. Die linke Seite enthält eine kurze Zusammenfassung, drei Fragen zur Vertiefung sowie ein kurzes Gebet. Alle drei Elemente sind für meinen Geschmack zu stark vereinfacht, wodurch die Hauptbotschaft des Textes bisweilen in den Hintergrund zu rücken droht. Auch und gerade bei Kindern sollte der heilig-liebende Gott ausgewogen dargestellt werden. Es ist gefährlich, ein Zerrbild aufzubauen und beispielsweise nur die „lieblichen“ Seiten und Geschichten zu stark zu betonen.

Ich finde die Bibel trotzdem ausgesprochen geeignet, und zwar aus vier Gründen:

  • Die Einteilung auf einer Doppelseite ist ideal für eine kurze, einige Minuten dauernde Andacht.
  • Durch das kleine Format lässt sie sich gut mitnehmen oder auf einem Fenstersims im Kinderzimmer oder in der Küche liegen lassen.
  • Die Auswahl der Geschichten ist gleicht den beschriebenen Nachteil mehr als aus. Einige Beispiele: Der Platzstreit zwischen Abraham und Lot; der Kampf Jakobs mit dem Engel; die Israeliten bringen Gaben, um die Stiftshütte daraus zu erbauen; der Untergang der Rotte Datans und Abirams; Gott bringt einen Esel zum Sprechen; die Zufluchtsstädte (4. Mose 35); David verschont Saul in der Höhle; der Transport der Bundeslade nach Jerusalem; das gerechte Urteil Salomos; Salomo betet ein Götzendienst an; Josia findet das Gesetz etc.
  • Der mit Abstand gewichtigste Vorteil: Die Bilder sind sehr einprägsam.

Das kleine Format, die Einteilung auf einer Doppelseite und vor allem das Bild haben mich auf eine Idee gebracht: Ich erzähle die Bibel selber mit Hilfe der Bilder nach. Auch meine beiden Jüngsten (drei und fünf Jahre alt) sind aufmerksam dabei. Weil ich den Text selber nacherzähle, bringe ich andere Details ein. Das aktiviert meine Söhne. Besonders die älteren Buben unterbrechen mich und stellen mir eine Menge Fragen.