Aus den Medien: Kinder und Karriere, Chefs und Mitarbeiter, Ärzte und Lehrer

Die Vereinbarkeit von Kindern und Familie ist eine Lüge

Die FAZ bringt es auf den Punkt:

Jeden Tag erleben sie eine Binsenweisheit, die so banal ist, dass sie sich im Nachhinein wundern, warum sie es nicht haben kommen sehen: Wer Karriere machen will, muss viel arbeiten. Wer viel arbeitet, hat wenig Zeit für Kinder. Oder anders herum: Die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere ist eine Lüge – zumindest, wenn das Wort Kinder dafür steht, dass man sie nicht nur bekommt, sondern sich auch selbst um sie kümmert.

Chefs sollen sich selbst zuerst gut führen

Der deutsche Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch schreibt über die Wichtigkeit der Selbstführung von Führungskräften:

Sich selbst führen zu können bedeutet, über sich selbst, über das eigene Tun und Lassen, das eigene Verhalten nachgedacht zu haben, sich also mit sich selbst auseinandergesetzt zu haben. Hinter der Fähigkeit zur Selbstführung steht also ein Erkenntnisprozess, der in der Regel dazu führt, sich etwas ungeschönter und wirklichkeitsnäher und weniger abgehoben von anderen zu sehen. Das wiederum bewirkt erfahrungsgemäß nicht nur einen veränderten Umgang mit sich selbst, sondern auch mit anderen.

Lasst die Kinder in Ruhe!

Ein Kinderarzt wehrt sich in der FAZ gegen unnötige Verordnungen:

Es vergeht kaum ein Tag bei meiner Arbeit als Kinder- und Jugendarzt, an dem nicht verunsicherte Eltern um Physio-, Ergotherapie- oder Logopädieverordnungen für ihre aus meiner ärztlichen Sicht altersgerecht entwickelten Kinder bitten. Geschickt werden sie vor allem von Grundschullehrern und Grundschullehrerinnen. Am liebsten gleich mit einer fertigen Diagnose: „Ihr Kind hat eine Sprachstörung und eine Lese-Rechtschreib-Störung.“ Andere geäußerte Befunde lauten: „Ihr Kind ist hyperaktiv“ bis hin zu „Vermutlich ist ihr Kind wahrnehmungsgestört“. Gerne wird von Nichtärzten auch diagnostiziert, dass der Sechsjährige unter einer zentralen Hörstörung oder einer Rechenschwäche, der sogenannten „Dyskalkulie“, leidet. Meist stehen die Eltern dann vor mir und haben neben diesen Diagnosen auch schon gleich einen fertigen Therapievorschlag im Gepäck: „Mir wurde gesagt, dass mein Kind dringend Ergotherapie braucht.“

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