Je wertorientierter die Bildung, desto ungeeigneter ist das System Schule

Einer meiner letzten Wochenbeiträge für „Freie Welt“:

Angesichts der akutellen Debatte um den Bildungsplan in Baden-Württemberg kam mir immer wieder ein Buch in den Sinn, das vor 70 Jahren entstand. Ich setzte mich hin und schrieb eine Buchbesprechung.

Wer schafft es, in bloss 100 Seiten ein zentrales Thema beispielhaft und eindrücklich zugleich abzuhandeln? Nein, es liegt hier keine „In zwei Stunden hast du es geschafft“-Produktion vor. Es geht um ein kleines Buch, das 1943 – im selben Jahr, als Deutschland nach der Niederlage von Stalingrad dem Rest der Welt den totalen Krieg erklärte – aus drei Vorlesungen heraus entstanden ist. Als Autor zeichnet der britische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis; der Mann also, der die Narnia-Chroniken geschrieben hat.

Ergänzend dazu verweise ich auf den Beitrag des Erziehungswissenschaftlers Albert Wunsch:

  • Bildung ist nicht das automatische Ergebnis einer Vermittlung von Fakten. Wenn dem so wäre, hätten wir auf Grund unseres großen Wissenstandes ja eine super Bildungs-Situation.
  • Schule präsentiert sich seit Jahren immer stärker als Institution der Wissensvermittlung. Im Sinne der Ausführungen Adornos zum Phänomen der Halbbildung ist hier zu fragen, ob dieses überhaupt zu Bildung führt. …
  • Je substantieller und wertorientierter Bildungsimpulse zu vermitteln sind, je ungeeigneter ist das System Schule, weil eine Vermittlung von Fakten selten Haltungen grundlegen.
  • In einer Zeit, in welcher sich die eigene Sexualität erst im Aufbau befindet, ist ein Querschnitts-Unterrichtsthema ‚Sexuelle Vielfalt’ nicht nur nicht zu empfehlen, sondern kontraproduktiv und destruktiv. Wer lehrt schon mathematische Kurvendiskussionen in einer zweiten Klasse?