E21 Live-Blog (1): Was ist das Evangelium? (1. Korinther 15,1-4)

Speaker: Matthias Lohmann, Initiator E21-Netzwerk

Hauptaussage

Unsere Gemeinden und wir selbst müssen an die Hauptsache erinnert werden, nämlich an das Evangelium.
Wir sollen den Menschen den grossen Kontext, die Kernbotschaft und die Konsequenz des Evangeliums erklären.

Fünf Zitate

  1. Warum sollte die Tatsache, dass ein armer junger Mann vor 2000 Jahren getötet wurde, die Gute Botschaft für den Nächsten sein? Wir können diesen Zusammenhang weder bei unseren Kollegen noch in der Gemeinde voraussetzen.
  2. Die erste Kontextualisierung besteht darin, den Bibeltext im Zusammenhang der ganzen Schrift erklären.
  3. Die Botschaft wird erst dann zur Guten Botschaft, wenn jemand erkennt, was passiert, wenn er seine Sünden nicht loswerden kann.
  4. Himmel ist nicht Glück auf Erden nur hier und jetzt. Das ist eine Lüge aus der Hölle. Die Hölle mit schwierigen Lebensumständen gleichzusetzen ist ebenso eine grausame Lüge. Es ist lieblos, Menschen nicht warnen vor einem Weg, der sie ins Verderben führt.
  5. Wir sollen Menschen dazu aufrufen, sich von der Sünde weg und zu Christus hin zu wenden. Dieser Aufruf gehört in unsere Gemeinden und gilt Gästen ebenso wie anwesenden Kindern oder langjährigen Besuchern.

Mitschrift

Das Wort der Wahrheit, das Paulus am Ende des Ersten Korintherbriefes stellt, ist Botschaft für das ganze Leben! Paulus schreibt diese Botschaft wohlgemerkt an Christen. Es ist Grundlage ihrer Gegenwart wie ihrer zukünftigen Rettung. Diese Botschaft ist einfach, aber von grösster Wichtigkeit. Christus ist gestorben, begraben und auferstanden. Ist das alles? Das Evangelium muss im Kontext meines Gegenübers kommuniziert werden. Vergleiche:

  • Matthias spricht vom „FCB“. Der eine meint, er spreche von der „Freien Christengemeinde Bremen“, der andere versteht darunter „FC Basel“. Es fehlt der Kontext.
  • Matthias Lohmann hat dem Vater seiner zukünftigen Frau damals einen Brief geschrieben, um ihm sein ehrliches Anliegen sie kennenzulernen mitzuteilen. Dieser war sauer, weil er dieses Vorgehen nicht kannte. Er meinte, Matthias halte um die Hand seiner Tochter an und dachte sich: Was für ein seltsamer Deutscher!
  • Jesus erklärte den Jüngern den Kontext der Schrift, worauf ihre Herzen zu brennen anfingen (Lukas 24,19ff).

Warum sollte die Tatsache, dass ein armer junger Mann vor 2000 Jahren getötet wurde, die Gute Botschaft für den Nächsten sein? Wir können diesen Zusammenhang weder bei unseren Kollegen noch in der Gemeinde voraussetzen. Auf dem Hintergrund von Morallehre und Ermutigung, was die Botschaft vieler Gemeinden ausmacht, bleibt das Evangelium rätselhaft. Der Zusammenhang ist nicht mehr klar.

Der grosse Kontext beginnt mit Gott als Schöpfer der Welt. Er erschafft Menschen nach seinem Abbild, damit sie seine Herrlichkeit widerspiegeln. Er gibt ihnen grosszügig alles, was sie brauchen. In seiner grossen Liebe sagt er ihnen, was gut für sie ist und was nicht. Und er gibt ihnen ein Gebot.

Sünde ist Rebellion gegen diesen wunderbaren Gott. Der Mensch beginnt ihn zu ignorieren und handelt gegen sein Gebot. Der Sündenfall ist kein Kavaliersdelikt! So sterben die Menschen den geistlichen Tod und werden auch den physischen Tod sterben. Gottes Liebe kann erst dann verstehen werden, wenn wir den gerechten Zorn Gottes verstehen.

Gott ist bereit, sich in Jesus für die Sünder aufzuopfern. Wir Menschen können von uns aus nicht vor ihm bestehen. Die Botschaft wird erst dann zur Guten Botschaft, wenn jemand erkennt, was passiert, wenn er seine Sünden nicht loswerden kann.

Worin besteht die Kernbotschaft des Evangeliums?

Jesus stirbt. Menschen müssen nicht vorrangig dem vorbildhaften Leben von Jesus nacheifern oder Gebote einhalten. Das schafft niemand. Das ist im Gegenteil Moralismus, der uns tötet. Die Grundlage für die Errettung ist Gnade. Jesus Christus stirbt stellvertretend für Sünder, so dass diese leben können. Wer sich Jesus Christus zuwendet, darf wissen, dass sein Schuldschein bei Gott zerrissen ist. Er ist frei aus reiner Gnade. Diese Botschaft steht der unserer Gesellschaft entgegen. Jeder von uns neigt dazu immer wieder in das Leistungsdenken zurückzufallen.

Jesus wurde begraben. Er war wirklich tot.

Am dritten Tag ist Jesus auferstanden. Ohne die Auferstehung von Jesus hätten wir keine berechtigte Hoffnung auf die Vergebung der Sünden. In seiner Auferstehung bestätigt Gott der Vater Jesus als den Christus. Er war kein Hochstapler oder Lügner. Deshalb wissen wir, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Das Leben auf der Erde ist ein kurzes Vorspiel auf das ewige Leben. Unsere Haltung zum Evangelium in dieser Zeit ist von entscheidender Bedeutung für die Ewigkeit. Himmel ist nicht Glück auf Erden nur hier und jetzt. Das ist eine Lüge aus der Hölle. Die Hölle mit schwierigen Lebensumständen gleichzusetzen ist ebenso eine grausame Lüge. Es ist lieblos, Menschen nicht vor einem Weg zu warnen, der sie ins Verderben führt. Wir dürfen nicht zu vorsichtig sein, diese Lebens-entscheidende Botschaft weiterzugeben.

Drittens geht es um die Konsequenz des Evangeliums. Als die Zuhörer die Pfingstpredigt von Petrus hörten, ging es ihnen durchs Herz (Apg 2,37). Wir sollen Menschen dazu aufrufen, sich von der Sünde weg und zu Christus hin zu wenden. Dieser Aufruf gehört in unsere Gemeinden. Wir richten ihn an Gäste, Kinder und langjährige Besucher in unseren Gemeinden. Glauben heisst Christus absolut zu vertrauen und ihn nicht nur als eine Option zu ahben. Busse bedeutet Sinnesumkehr, eine neue Richtung des gesamten Denkens und Trachtens. Diese Busse können wir nicht bewirken, das muss Gott selber tun.