E21 Live-Blog (7): Werft mich ins Meer – Jona und das Evangelium

Speaker: Christian Wegert

Text: Jona 1

Hauptbotschaft: Im Buch Jona geht es nicht in erster Linie um einen grossen Fisch, sondern um einen grossen Gott.

Zitate

  • Die Frage der Berufung wird nicht immer sofort wahrgenommen. Wir wollen Jona nicht in eine böse Ecke stellen.
  • Die Abkehr von Gott beginnt mit der Abkehr vom Wort Gottes.
  • Fürchtest du, dass du ausserhalb der Reichweite Gottes bist? Er ist in der Lage dich zu halten und dir nachzugehen.

Mitschrift

Das Buch Jona handelt nicht in erster Linie um einen grossen Fisch, sondern um einen grossen Gott. Dieser grosse Gott benutzt einen Fisch, um einen Weglaufenden zurecht zu bringen. Manche meinen, dass dieser Bericht eine Legende sei. Doch die Bibel spricht nicht die Sprache von Grimms Märchen. Der Bericht ist detailliert, erwähnt reale Menschen und Städte. Jona wird in 2Kön 14,25 erwähnt. Er lebte im 8. Jh. vor Christus. Das grösste Gewicht legt Jesus selbst in die Waagschale, denn er bezieht sich auf Jona. Er war grösser als Jona (Mt 12).

Was sagt uns Jona 1 über Gott?

  1. Durch die Botschaft von Jona offenbart Gott gleich zu Beginn sein Wesen. Ninive war damals berühmt und einflussreich. Sie verfügte über eine gewaltige Infrastruktur. Gott lässt sich jedoch nicht von technischem Fortschritt und dem Ruhm blenden, sondern schaut hinter die Kulissen. Nicht ihre hängenden Gärten, sondern ihre Bosheit kamen vor sein Angesicht. Die Boshaftigkeit der Herzen erregte den Widerstand Gottes und seinen Zorn. Was ist der Auftrag von Jona? „Verkündige gegen sie!“ Bevor wir die gute Nachricht verstehen, müssen wir  einsehen, dass es eine schlechte Nachricht gibt.
  2. Gott ist der Urheber der Rettung. Er ergreift die Initiative und ruft Jona. Er schlägt keine Möglichkeiten vor, sondern befiehlt. Ninive wusste noch nichts von Jona, da hatte die Errettung schon begonnen.
    Jona flieht. Was für eine Ironie! Wohin sollte jemand fliehen? Auch Mose hatte Anlaufschwierigkeiten, ebenso Jeremia. Die Frage der Berufung wird nicht immer sofort wahrgenommen. Wir wollen Jona nicht in eine böse Ecke stellen. Bei Jona bestand auch Zweifel am Auftrag. Er wollte nicht einsehen, dass die Barmherzigkeit Gottes über die Grenzen Israels hinausgeht. Die Abkehr von Gott beginnt mit der Abkehr vom Wort Gottes.
  3. Gott lässt seine Kinder nicht los. Er schickte einen Sturm. Man könnte meinen, dass Gott das Opfer ist, und Jona als gewiefter Taktiker dem Auftrag entkommen könnte. Doch dem war nicht so: Gott schleuderte einen starken Wind aufs Meer, um Jona zurechtzubringen. Die Rettung beginnt bei Gott, so wie er ihr Garant ist. Fürchtest du, dass du ausserhalb der Reichweite Gottes bist? Er ist in der Lage dich zu halten und dir nachzugehen. Zunächst ging Jona nach Japho, dann in den Bauch des Schiffes hinab. Er schlief dort, weshalb er keinen Antrieb zum Gebet hatte. Der Kapitän benutzte die gleichen Worte wie Gott, um ihn zu wecken: „Steh auf!“ Jona hatte auch keine Kraft zum Zeugnis mehr.
  4. Gott bewirkt die Umkehr (2,1). „Aber der Herr…“ machte sich auf, um sein Kind zurück zu holen und dienstbar zu machen. Er selbst bereitet die Rettung. Die Seeleute waren mit aller Kraft gerudert (1,13). Die Rettung kam jedoch nicht durch menschliches Mühen. Jona wird zum Typus für Christus. „Nehmt mich und werft mich ins Meer.“ Er wurde stellvertretendes Opfer. Sogleich wurde das Meer still.
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